Arbeiten neben dem Studium – geht das?

„Studenten haben so ein entspanntes Leben“ – wie oft habe ich diesen Spruch schon gehört? Ab und zu Vorlesungen besuchen, ein bisschen lernen, zweimal im Jahr Klausuren schreiben und das ganze Jahr über feiern. Denn nur als Student kann man es sich leisten, das auch unter der Woche zu tun. So sehen viele das Studentenleben. Doch aus meiner Sicht läuft das anders. Vorlesungen müssen nachbearbeitet, Hausarbeiten geschrieben werden und auch viele andere Verpflichtungen bringt das Studium an der ISM mit sich. Zudem will man natürlich auch seine Freizeit genießen, sich mit Freunden treffen, die Stadt entdecken und zumindest manche Nächte zum Tag werden lassen – man muss die Zeit des Studierens schließlich auch nutzen…Aber wie finde ich da noch Zeit, um Geld zu verdienen?

Für mich war es schon immer wichtig, trotz der Unterstützung meiner Eltern mein eigenes Geld zu verdienen, um eigenständig zu sein. Deshalb wollte ich auch mit Beginn meines Studiums nicht mit dem Jobben aufhören. Was mir allerdings anfangs nicht im Geringsten bewusst war, war die Zeiteinteilung, die der Mix aus Studium, Job und Freizeit mit sich bringt – auch nach inzwischen zwei Semestern habe ich noch Probleme damit. Meine Arbeitszeit kann ich als Servicekraft bei unterschiedlichen Veranstaltungen flexibel um die Vorlesungen legen. Zur Prüfungszeit mache ich weniger Stunden und in der freien Zeit dazwischen lerne ich. Doch wo bleibt da die Zeit für Freizeit?

Arbeit oder Freizeit?

„Hey, wir gehen heute Abend in eine Bar, kommst du mit?“ „Muss leider arbeiten, aber nächstes Mal.“ „Nächste Woche Kochabend, wer ist dabei?“ „Bin raus, darf wieder Teller tragen.“
Leider sehen so viele Unterhaltungen aus, wenn man neben dem Studium arbeitet. Vor allem da das Studentenleben unter der Woche stattfindet. Das Resultat: Weniger spontane Entscheidungen, weniger „dabei sein“. Man verpasst viel, besonders in einem Freundeskreis, in dem Wenige einen Job und umso mehr Freizeit haben.

Aber neben den Schattenseiten ziehe ich auch viel Positives aus der oft körperlich sehr anstrengenden Arbeit. Im Gegensatz zu den Vorlesungen hat der Kopf hier Pause, man konzentriert sich auf den Service, die Gäste und den Ablauf der Veranstaltung. Ich lerne jedes Mal neue Leute kennen, treffe aber auch bekannte Gesichter, mit denen die Arbeit Spaß macht.
Der größte Vorteil ist aber das Geld, das ich verdiene. Wobei für mich der größte Lerneffekt darin liegt, mit dem Geld umzugehen. Denn den selbst verdienten Lohn gibt man um einiges langsamer aus, da man weiß, welche Arbeit wirklich dahinter steckt. Auch im Umgang mit unterschiedlichen Menschen, ob Gast oder Vorgesetzter, lernt man nie aus.

Die richtige Mischung

Die Arbeit mit den Gästen macht mir immer wieder Spaß, obwohl ich meine Freizeit oft hinten anstellen muss und es auch nicht immer einfach ist, nach einer bis spät in die Nacht dauernden Schicht den nächsten Tag in der Uni ohne Einschlafen zu überstehen.
Grundsätzlich denke ich, dass jeder von einem Job neben dem Studium profitieren kann, egal in welcher Branche. Man lernt fürs Leben – und im Lebenslauf sieht es auch nicht schlecht aus.

Autor: Christina Seibold