International Self Made und Angela Merkel Wackelfiguren

Der Arbeitskreis International Self Made ist ein Projekt an der ISM, das von Studenten des aktuellen vierten Semesters (WS 14/15) ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, eine Datenbank aufzubauen, um den Einstieg in die Selbstständigkeit zu erleichtern und auf diesem Weg Unterstützung zu erfahren.
Ich bin über Skype mit Marius Kaufhold, dem Leiter des AK‘s verbunden, der gerade sein Auslandssemester in London absolviert.

„International Self Made“ – was muss ich mir darunter vorstellen?
Wir finden, dass der Name „International Self Made“ gut zur ISM an sich passt. Zum einen ist „Self Made“ ein Begriff für Selbstständigkeit und „International“ ist zum anderen der Bezug zur „International School of Management“. Es ist eine Art Netzwerk der Hochschule, um Kontakte zu knüpfen, die es einem erleichtern, sich weltweit selbstständig zu machen.

Wie lange existiert dieses Netzwerk jetzt schon und warum wurde es ins Leben gerufen?
Wir haben im ersten Semester gemerkt, dass es eigentlich keinen AK gibt, in dem wir uns richtig wiederfinden. In unserem zweiten Semester haben wir uns überlegt, dass wir selber einen AK gründen, um uns in die ISM einzubringen und nicht nur zum Studieren zu kommen und dann wieder nach Hause zu fahren. Auf diese Weise können wir etwas zusammen erleben und gestalten. Es gibt den AK jetzt knapp anderthalb Jahre.

Wie viele Mitglieder haben den Sprung in die Selbstständigkeit schon geschafft?
Da der AK in dieser Form noch nicht so lange besteht, gibt es kein konkretes Beispiel, das aus unserem AK hervorging. Allerdings arbeiten wir viel mit den Alumni der ISM zusammen. Zum einen gibt es das Alumni-Netzwerk, das von der ISM selbst gepflegt wird. Neben dem Kontakt über XING werden jährliche Treffen veranstaltet, wo ehemalige Studenten, die sich erfolgreich selbstständig gemacht haben, von ihren Erfahrungen berichten. Mit diesen ehemaligen Studenten arbeiten wir eng zusammen. Wir haben zum Beispiel eine Absprache mit ihnen, dass wir Praktika in ihre Unternehmen vermitteln können und, dass sie Vorträge an der ISM halten, bei denen sie von ihren Start-ups berichten.

Kannst du mir ein besonderes Beispiel für ein erfolgreiches Start-up eines ehemaligen ISM -Studenten nennen?
Ja, es gibt zum Beispiel Studenten, die zusammen den Onlineshop Just Spices eröffnet haben. Im Onlineshop kann man Gewürze und Gewürzmischungen individuell zusammenstellen und zu sich nach Hause liefern lassen. So ähnlich wie bei Mymuesli.

Was sind eure Aktivitäten innerhalb des AK’s und welche Medien nutzt ihr, um euch Informationen zu beschaffen?
Es gibt zum einen die ganz normalen Treffen, die vier Mal im Semester stattfinden. Allerdings arbeiten wir oft selbstständig, entwickeln unsere eigenen Businesspläne, da wir ja alle vorhaben, uns irgendwann einmal selbstständig zu machen. Zum anderen haben wir eine Datenbank aufgebaut, die regelmäßig gepflegt wird, beispielsweise mit Kontakten zu Rechtsanwälten, die in speziellen Branchen unterwegs sind und uns hinsichtlich des Budgets beraten können. Unsere wichtigste Aktivität ist allerdings die Organisation von Vorträgen erfolgreicher Start-ups, die nicht nur von der ISM kommen. Zum Beispiel von Zalando, Kerbholz oder auch Mymuesli. Diese kommen zur ISM und halten eine Art Seminar, in dem sie uns von null bis hundert erzählen, wie alles bei ihnen angefangen hat – super spannend. Darüber hinaus arbeiten wir mit diesen Start-ups auch extern zusammen.

Du befindest dich ja gerade in London und kennst mit Sicherheit die total erfolgreiche „Winkende-Queen“-Solarfigur, die man dort in jedem Souvenirshop erhalten kann. Angenommen, ich möchte eine „Angela-Merkel-Raute“-Solarfigur produzieren und auf dem deutschen Markt verkaufen und etablieren, wie könnt ihr mir dabei helfen. Muss ich bestimmte Voraussetzungen mitbringen?
Dabei könnten wir dir insofern helfen, dass wir über die Firma Kerbholz Kontakt zu asiatischen Herstellern haben, große Produktionen die eigentlich von Sonnenbrillen über Skianzüge alles herstellen können. Da gibt es das Netzwerk „Alibaba“, das ist vor kurzem an die Börse gegangen, und das vereint alle asiatischen Produktionsstätten. Dorthin kann man eine Anfrage stellen und ein Produkt vorstellen worauf dann Angebote von diesen Herstellern kommen, zu welchem Preis sie herstellen können, welche Materialien sie verwenden und welche Qualität sie bieten. Damit sind wir also gut in der Materie drin, da wir uns sehr gut mit diesem Netzwerk auskennen und könnten darüber dann die Produktionsstätte der „Winke-Queen“ für dich ausfindig machen. Dann wäre es nur deine Aufgabe einen Entwurf zu erstellen, die Technik aber mit Sicherheit nicht. Wichtig ist nur, dass du ein Kapital hast, um zwei bis drei tausend der Figuren zu bestellen. Diese werden dann verpackt und in Containern geliefert. Anschließend musst du sie am Zoll in Hamburg abholen und kannst sie dann online verkaufen.

Du hattest die tolle Idee, den Arbeitskreis International Self Made in die Welt zu rufen. Was sind deine zukünftigen Projekte in Verbindung mit dem AK?
Ich bin gerade dabei, zwei neue Vorträge für den AK zu organisieren, über Soundcloud, eine Online-Plattform für Musik Streaming, und Petobel, einen Online-Shop für Tiernahrung und Zubehör. Beide sind super erfolgreiche, deutsche Start-ups , die mittlerweile auch innerhalb der EU aktiv sind. In ihren Vorträgen an der ISM können diese dann von ihren Ideen berichten und erzählen, wie sie den Sprung in die Selbstständigkeit geschafft haben. Darüber hinaus sind ein Freund aus dem AK und ich gerade selber dabei, ein Start-up zu entwickeln, da wir gemerkt haben, dass wir schon viele Ideen haben, die sich vermarkten lassen können und wissen, wer einen da allgemein und vor allem rechtlich beraten kann. Unser Projekt dreht sich um den Onlineglücksspielbereich, da es seit 2013 theoretisch möglich ist, dass auch private Anbieter deutschlandweit Glücksspiele anbieten können. Wir versuchen somit, die ersten in dieser Branche zu sein, da es kaum Konkurrenz gibt. Allerdings werden einem ständig Steine in den Weg gelegt und wir sind weiterhin dabei, unseren Businessplan zu optimieren – das kriegen wir schon noch hin. Aus diesem Grund haben wir diese Datenbank erstellt. Das haben wir uns alles selbst erarbeitet und möchten unsere Erfahrungen sehr gerne an andere weitergeben.

Wenn ihr jetzt interessiert seid an den Aktivitäten des AK’s oder selbst vorhabt, euch nach eurem Studium selbstständig zu machen, dann schaut doch einfach mal auf der gleichnamigen Facebook-Gruppe vorbei.

Autor: Sahra Plewka