Von der Mainmetropole in die bayrische Provinz

Welcher Studiengang? Welche Uni? Und dann auch noch ein möglicher Wohnortwechsel? Fragen über Fragen, die sich vor dem Beginn des Studiums stellen.

Für mich war klar, dass ich unbedingt nach München ziehen wollte. Natürlich wurde ich nach der Entscheidung oft gefragt, warum ich um Gottes Willen Frankfurt verlassen möchte, da es ja auch dort einen ISM Standort gibt – und dann ausgerechnet München!

Ich liebe Frankfurt und bin ein absoluter Fan der Stadt, aber ich wollte gerne etwas ganz Neues beginnen und auf mich alleine gestellt sein, in einer Stadt die ich schon immer gerne mochte.

Natürlich wurde ich direkt nach meiner Entscheidung mit den Vorurteilen gegenüber Bayern konfrontiert. „Zu den eingebildeten, grantigen Bayern willst du ziehen? Die kennen doch nichts außer Bayern und ihr Horizont endet hinter dem Weißwurstäquator!“

Aber so ist es in der Realität dann doch nicht. Natürlich muss man sich als „Nicht-Bayer“ an die eine oder andere Redewendung gewöhnen. So hat es bei mir doch zu Anfang ein paar Wochen gedauert bis mir das Wort „Semmeln“ über die Lippen kam und nicht mehr Brötchen. Genauso musste ich mich an das „Servus“ gewöhnen, bis es dann ganz selbstverständlich wurde.

Klar ist auch, dass die Wohnungssuche in München schwierig ist und der Mietpreis natürlich nicht ganz dem Studentenbudget entspricht. Aber diese Hindernisse gibt es auch in der Mainmetropole und man muss einfach zugeben, dass die erhöhten Mieten natürlich durch den enorm hohen Freizeitwert und die Schönheit der Stadt wieder ausgeglichen werden. Bei den ersten Sonnenstrahlen sitzt man im Englischen Garten und in den Biergärten.

München
Biergarten in München

In welcher anderen Stadt sieht man schon zufällig Leute mit einem Surfbrett unter dem Arm durch die Stadt laufen? Und wenn man dann am Eisbach mit seinen Strömungen angekommen ist, traut man seinen Augen nicht. Menschenmassen stehen mit Kameras und Handys herum, um das Spektakel der Surfer zu bestaunen, die ihre waghalsigen Stunts vorführen und das zu jeder Jahreszeit.

Denkt man an die vielen Seen und die Berge direkt vor der Stadt, so fühlt man sofort Urlaubsstimmung. Dafür müssen viele Deutsche sehr weit reisen. In München ist das gleich vor der Haustür, egal ob man wandern, kettern, Skifahren oder Wassersport betreiben möchte. Schon ein Tag am Starnberger See bringt Urlaubsfeeling.

Starnberger See
Starnberger See

Und nicht zu vergessen ist natürlich das Oktoberfest im Herbst. In den zwei Wochen steht die Stadt einfach Kopf! Alles dreht sich um die „Wiesn“, Münchner, Hinzugezogene und Touristen tragen traditionelle Trachten und das ist alles ganz normal – völlig unvorstellbar für jede andere Stadt in Deutschland.

Ähnlich ernst wird es, wenn es um das Thema Fußball geht. Wenn der FC spielt, trägt die Stadt rot und aus den U-Bahn Stationen ertönen Fangesänge.

Nach einem dreiviertel Jahr in meiner absoluten Wahlheimat fühle ich mich schon wirklich Zuhause, genieße die große „Kleinstadt“ und bin sehr froh, dass ich mich für München entschieden habe.

Aber letztendlich kommt es darauf an, wie man sich auf solch ein Abenteuer einstellt und bereit ist ,etwas Neues zu erleben. Aber München liefert genug Gründe, dass sich das Gefühl von Heimat und Glück sehr schnell von ganz alleine einstellt.

Autorin: Sofia Rosenberger