Der „Irgendwas-mit-Medien“-Traum

„Irgendwas mit Medien.“ So lautet häufig die Antwort auf die Frage, was jemand später mal machen möchte. Auch ich habe so geantwortet und vom Einstieg in die Medienbranche geträumt, denn die Arbeit ist spannend und abwechslungsreich: Unterhaltungen mit Prominenten, Designerkleider, Champagner, Aftershow-Partys. Das waren meine Vorstellungen vom Beruf.

Also begab ich mich nach dem Abitur auf die Recherche nach einem Studiengang im Bereich Medien und Kommunikation. Die Breite und der Umfang der Angebote haben mich daraufhin schier erschlagen. Fast an allen Universitäten gibt es Studiengänge wie Mediamanagement, Medienwissenschaften und Kommunikationswissenschaften sowie etliche andere. Doch wo liegt der Unterschied? Welches Studium ist das Richtige für mich? Was erwartet mich da? Was kann ich später damit anfangen? All diese Fragen sind offen geblieben und konnten durch meine Recherche auch nicht beantwortet werden.

Am Ende saß ich in an der Passauer Universität und fing ein allgemeines BWL-Studium an, was meine Eltern wohl mehr erfreute als mich selbst. „Es ist einfach sicherer“, bekam ich von ihnen zu hören. Nach zwei Semestern Unglücklichsein und vielen monotonen Vorlesungen brach ich das Studium ab und floh erstmals für ein Jahr ins Ausland – Selbstfindungstrip und so…

Rückkehr in die Realität

Als ich jedoch immer noch ohne klares Ziel zurückkehrte, besann ich mich auf meinen Traum und beschloss ein halbjähriges Praktikum in einer PR-Agentur zu machen. Dort habe ich gesehen, dass die Welt der Medien nicht nur aus Glamour und Glitzer besteht, sondern harte Arbeit ist. Kreativität, Eigeninitiative, Flexibilität und Disziplin sind hier gefragt. Deadlines, Recherchen und Präsentationen stehen an der Tagesordnung. Die Tätigkeitsfelder sind sehr vielseitig und bunt. Mir ist klar geworden, dass man vor einem Studium eine vage Vorstellung davon haben sollte, in welche Richtung man gehen möchte. Interessiert man sich mehr für den Inhalt, das Management, die Technik oder das Design? Denn je nach Interesse sollte man den Studiengang wählen, auch wenn sie alle recht ähnlich klingen.
Ich habe den PR-Bereich für mich entdeckt und daraufhin entschieden, mich an der ISM für Communications & Marketing einzuschreiben. Im Laufe des Studiums habe ich erkannt, dass vor allem die Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem sehr wichtig ist, denn die Medienlandschaft ist ständig im Wandel. Auch der Praxisbezug und das Sammeln von Erfahrungen sind ausschlaggebend in dieser Branche.
Mittlerweile bin ich im zweiten Semester und sehr glücklich mit meiner Studienwahl.

Trotz anfänglicher diffuser Vorstellungen lebe ich nun den „Irgendwas-mit-Medien“-Traum. Nur ist aus dem „Irgendwas“ nun ein „Etwas“ geworden.

Autor: Yang Liu