Tourismus Management – Ein breites Spektrum an Berufsmöglichkeiten

Eine Zukunft im Reiseverkehrstourismus? Oder vielleicht doch in der Hotellerie? Oder sogar im regionalen Tourismus….? Welche Wege uns nach Abschluss unseres Studiums in den verschiedenen touristischen Berufsbereichen offen stehen, haben wir auf unserer zweitägigen Exkursion „Rhein bis Ruhr“ genauer unter die Lupe genommen.

Mit dem Leitsatz „Uni heute – Berufsleben morgen“ starteten wir voller Motivation und Vorfreude unsere Exkursion. Organisiert durch die ISM und in Begleitung unseres Studiengangsleiters Prof. Dr. Bernd Schabbing fuhren wir am Freitagmorgen in Richtung Düsseldorf. Dort trafen wir auf unsere Kommilitonen der ISM Köln. Bei einem gemeinsamen „Kennenlern-Frühstück“ wurde bereits rege diskutiert und Erfahrungen über bereits absolvierte Praktika ausgetauscht. Gestärkt konnte es nun mit der Rheinrundfahrt losgehen.

Bootstour Düsseldorf1

Eine Rheinfahrt, die ist lustig, eine Rheinfahrt, die ist schön…

Voller Erwartungen, welche Erfolgsstrategie die Rheinschifffahrt betreibt, mussten meine Kommilitonen und ich leider feststellen, dass dieses Schiff auf eine ältere Zielgruppe abgestimmt ist. Sowohl das Programm, welches geboten wurde, als auch die antiquierte Erscheinung des Bootes erweckten den Eindruck, dass wir hier von der Altersgruppe her fehl am Platz sind. Dieser Eindruck bestätigte sich auch am Samstag bei der Rundfahrt durch den Dortmund-Ems Kanal. Auch hier stimmte der Schiffskapitän sein Programm auf ein deutlich älteres Publikum ab, welches mit seinen Enkelkindern einen Ausflug macht.

Unser Fazit: Um das junge sowie das ältere Publikum zu erreichen und diese für eine Rheinrundfahrt oder einer Rundfahrt durch den Dortmund-Ems Kanal zu begeistern, bedarf es einer Grundüberholung im Management. „Das kann für uns junge Studenten zu einer Herausforderung im späteren Berufsleben werden“, sagte eine Kommilitonin aus Köln.
Blick auf Düsseldorf1

Ready for take off – auf zum „Airlebnis“ rund um die Flughafenwelt

Nach dieser Erfahrung ging es zu meinem persönlichen Höhepunkt, dem internationalen Düsseldorfer Flughafen. Schon bei der Ankunft empfing uns die moderne Architektur, die insbesondere durch den SkyTrain, der den Bahnhof Düsseldorf mit dem Flughafen Terminal verbindet, ein wenig futuristisch erscheint.
Nach dem Eintreffen unseres Tourguides ging es mit der Erkundung rund um das Treiben der Start-und Landebahnen los. „Wie sehen unsere beruflichen Möglichkeiten am Airport aus?“ Diese wichtige Frage sollte nicht die einzige sein. „Zu den Arbeiten in der Flugbranche gehören weitaus mehr als „nur“ Piloten, Flugzeuge und nette Damen, die Tickets am Schalter ausgeben“, erklärte unser Guide. Bei knapp 60.000 Fluggästen und rund 600 Flugzeugbewegungen am Tag ist eine akribische Organisation und ein ausgeklügeltes Zeitmanagement unabdingbar. Hier wird Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit und Stressresistenz groß geschrieben und ist eine absolute Voraussetzung.

Die komplexen Abläufe und Verzahnungen innerhalb des Konstrukts haben mich sehr fasziniert, vor allem wie schnell und reibungslos das Gepäck entladen wird, während das Einräumen von neuem Gepäck bereits begonnen hat und der LKW mit dem Catering schon an seiner Position steht, bevor der Airbus an seiner Parkposition angekommen ist. Von manchen Abläufen hat ein Passagier vielleicht nicht einmal Kenntnis oder ahnt nicht einmal, dass sie existieren. Der Luftverkehr bietet also zahlreiche Arbeitsmöglichkeiten, für die ein Bachelor-Abschluss in Tourismus & Event-Management von Vorteil ist.
Bereits vor meinem Studium an der ISM habe ich mich für das Flughafenwesen interessiert und für meine Zukunft ins Visier genommen. Jetzt, nach unserer Exkursion, hat sich meine Meinung weiter gefestigt.

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Welcher Wind weht in der Hotellerie?

Voller guter Eindrücke ging es weiter zum Sheraton Airport Hotel. Dieses Hotel wurde auf einem Parkhaus errichtet, was uns völlig imponierte. Wir wurden freundlich empfangen und bei einer interessant gestalteten Präsentation erhielten wir Einblicke in das nicht weniger komplexe Hotelmanagement.
Als uns die Human-Resource-Managerin fragte, wie sich ein Hotel am Markt verkaufen sollte, mussten wir zunächst alle überlegen. „Was macht ein Hotel zu dem Hotel?“ Um ehrlich zu sein, habe ich über diese Frage noch nie nachgedacht. Aber eigentlich ist die Antwort gar nicht so kompliziert. Das Hotel muss sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen – und etwas Außergewöhnliches haben. Nächste Frage: „Was macht ein Hotel, welches einen Steinwurf von einem internationalen Airport entfernt ist, zu etwas Besonderem?“ In einem stillen Moment im Raum wurde auch das sehr schnell klar. Ruhe – trotz der Nähe zum Flughafen.
Ich habe überhaupt keine Fremdgeräusche wahrgenommen, obwohl direkt nebenan die Flugzeuge im Minutentakt starten und landen. Ziemlich beeindruckend! Aber was kann ein Hotel mit dieser Lage noch besonderes bieten außer der Ruhe, einer geschmackvollen Inneneinrichtung und hervorragendem Service? Ich schaute aus dem Fenster und sah auf eine schön angelegte kleine Parkanlage. Das Innen- und Außenambiente in Kombination mit der Ruhe machen das Sheraton zu einem besonderen Hotel.

Auf unsere Frage nach einer Zukunft für uns in der Hotelbranche und eventuellen Praktika erhielten wir positives Feedback: Das Sheraton und dessen Hotelgruppen könnten sich vorstellen uns im Rahmen unserer Pflichtpraktika einen Praktikumsplatz anzubieten. Dennoch wurde uns klar und deutlich vermittelt, dass die Hotelbranche hart umkämpft ist. „Wer in das Berufsleben einsteigt, fängt nicht als Boss an. Bis dahin ist es ein zeitintensiver Weg, den man gehen muss“, erklärte uns die HR-Managerin.

Mir ist bewusst geworden, dass hinter dem internen Hotelwesen einiges mehr steckt, als wir dachten. Der tägliche Druck, den wachsenden Standards der Kunden gerecht zu werden, ist Hotelalltag. Hinzu kommt noch unter anderem der Preisdruck, bedingt durch das Überangebot.

Gasometer Oberhausen Ausstellung1

Zum Abschluss eine runde Sache mit Ecken und Kanten

Eine Synergie aus Licht und Kultur präsentierte uns das Gasometer in Oberhausen. Unter dem Motte „Der schöne Schein“ konnten wir ausgewählte Meisterwerke der Kunstgeschichte, in Kombination mit einem visuellen Spektakel, bewundern.

Von der Kultur zum Haldenereignis – Nach einem windigen Aufstieg durch die Stahlkonstruktion des Tetraeders genossen wir einen Ausblick über das Industrierevier Ruhrgebiet. Mit dem Besuch des Gasometers in Oberhausen und des Tetraeders in Bottrop endete unsere Route der Industriekultur und auch unsere gelungene Exkursion.

Als abschließendes Statement zu unserer zweitägigen Exkursion stehe ich voll und ganz hinter der Aussage meiner Kommilitonen: „Es war definitiv eine Erfahrung wert!“

Autor: Moritz Korte