Auslandssemester Kapstadt

Studieren in Kapstadt – mal was Anderes

Obwohl ich erst seit einem Monat in Südafrika bin, fühlt sich alles heimisch an. Auch wenn ich auf der anderen Seite des Globus bin – meine Perspektive auf das Leben an sich ist „Kap-zentrisch“. Das an sich, ist schon eine verrückte Erfahrung. Vielleicht liegt es auch am Wetter… ich weiß schon gar nicht mehr wie es ist, mich morgens zu fragen wie das Wetter denn bloß wird. Ich muss mir auch keine Gedanken machen, da ich fest auf einen warmen, sonnigen Tag vertrauen kann. So wie immer.
Dementsprechend schlüpfe ich in meine Flip-Flops, ziehe ein paar lockere Klamotten an und eile zum Jammie Shuttle, der campuseigene Bus. Zehn Minuten später befinde ich mich auf dem Campus der Universität Kapstadt – berankte Kolonialbauten im Hang des Tafelbergs.

Die erste Vorlesung des Tages ist Poverty, Development and Globalization. Ein kleines Kontrastprogramm zu den üblichen Vorlesungen an der ISM. Während Globalisierung in den Vorlesungsräumen der ISM von einer wettbewerblichen und marktzentrischen Sicht betrachtet wird, werde ich hier mit den Konsequenzen für Länder wie Südafrika konfrontiert. Und die sind nicht immer positiv. In eben diesen Räumen findet statt, was in Erinnerung bleiben wird: Der offene Austausch zwischen Kulturen, Fakultäten und Studenten.
Darauf folgt ein Vortrag einer Unternehmerin, die ein Start-Up mit Frauen aus den Townships gegründet hat. Heute referiert sie über Charakterentwicklung von Angestellten, Gruppenverhalten und Motivationstreibern – am Beispiel ihres eigenen Unternehmens Kayelitsha Cookies. Als krönenden Abschluss gibt es Kekse! Alles und jeder denkt hier außerhalb klassischer Grenzen – „Outside of the box“. Und das färbt ab.

Nachdem alle Vorlesungen vorüber sind, beschließe ich den Mittag bei unserem Stammrestaurant mit meinen Freunden ausklingen zu lassen. Ja, ganz recht. „Mittag ausklingen“. Da die Vorlesungen dreimal wöchentlich gegen Mittag enden, ist es beinahe schon ein tägliches Ritual.
Eine Viertelstunde später überlegen wir uns bei einem Burger, ob wir lieber surfen oder klettern gehen wollen. Die Entscheidung fällt heute auf Klettern und so packen wir unsere Sachen und fahren zu einer Felswand im Süden, von deren Hängen man die gesamten Cape Flats überblicken kann.

Kapstadt

Als wir abends zurückkehren wird jedem von uns schmerzlich bewusst, dass die freie Zeit ihren Preis hat. Also sind schnell einige Liter Kaffee gemacht, damit die Hausarbeit noch über Nacht fertig wird. Langsam wird das zur Gewohnheit. Geschlafen wird in Deutschland.

Autor: Lennart de Bakker

Studieren in Kapstadt – mal was Anderes

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