Faszination Fashion Week: Die Modewelt im Ausnahmezustand

Glanz, Glamour, Luxus: Modemetropolen sind Paris und Mailand ohnehin. Zweimal im Jahr aber werden sie zum Anziehungspunkt für alle, die in der Modewelt Rang und Namen haben. Dann findet die Fashion Week statt und Gucci, Prada & Co. präsentieren ihre neuen Kollektionen. Wir haben bei Fashion-Expertin Prof. Dr. Audrey Mehn nachgefragt, warum dieses Ereignis Menschen rund um den Globus so in seinen Bann zieht.

„Man kann schon von der Faszination Fashion Week sprechen“, erklärt die ISM-Hochschullehrerin. „Natürlich geht es immer um Begehrlichkeiten: Die großen Marken wollen Emotionen wecken und einen Wow-Effekt erzielen. Das prägt diese Events sehr.“ Die Tragbarkeit der Mode ist in diesen Tagen nachrangig. Vielmehr geht es um Exklusivität, darum, Trends zu setzen und das eigene Image zu stärken. Die Kunst liegt darin, eine Location zu inszenieren und eine außergewöhnliche Show innerhalb von nur wenigen Minuten abzuliefern.

„In der sehr dynamischen Modebranche mit seiner großen Konkurrenz müssen Marken inspirieren können. Gleichzeitig wollen sie den Kunden zeigen, wie innovativ sie sind.“ Sehen und gesehen werden lautet das Motto auf der Fashion Week. Die Designer präsentieren nicht nur ihre Kollektionen, sie pflegen Kontakte zu Großkunden, zur Presse und natürlich zu Prominenten. Celebrity Endorsement ist auch in dieser Branche kein Fremdwort.

Gegenwärtig hat ein neuer Hype die Modewelt erfasst: See Now/Buy Now. „Entgegen dem gewohnten Rhythmus, auf der Fashion Week vorgestellte Kollektionen ein halbes Jahr später in den Handel zu bringen, sind diese Stücke direkt käuflich zu erwerben“, so Mehn. Burberry hat dieses Prinzip bereits übernommen und auch Prada testet den Sofort-Verkauf. So sind die gerade erst auf dem Runway vorgestellten Taschen “Pionnière“ und “Cahier” in ausgewählten Stores bereits zu haben.

Ganz unumstritten ist das System allerdings nicht. Modezar Karl Lagerfeld hat sich deutlich gegen See Now/Buy Now ausgesprochen und auch Audrey Mehn gibt zu bedenken: „Das kann die Kreativität töten. Die Designer haben nicht mehr die Möglichkeit, nach der Show kreativ zu sein, sondern müssen direkt für den Verkauf fertigen.“

Die gebürtige Französin kennt das Modegeschäft und weiß, worauf es ankommt: „Italien und Frankreich sind Ursprungsländer des Schneiderhandwerks und haben Marken wie Chanel oder Versace hervorgebracht. Deshalb ist es wichtig, eine der beiden Sprachen zu sprechen und die Kultur des jeweiligen Landes kennen zu lernen, um ein Gefühl für die Mode zu entwickeln.“ Beste Voraussetzungen also für die Studierenden des Bachelors Global Brand & Fashion Management. Sie wählen in ihrem Studium Französisch oder Italienisch und sind somit gut gewappnet, um im internationalen Geschäft Fuß zu fassen – vielleicht sogar bei einer Marke, die ihre Mode gerade auf der Fashion Week präsentiert.

ISM-Hochschullehrerin Audrey Mehn
ISM-Hochschullehrerin Audrey Mehn

Autor: Katharina Busse

Titelbild: martinkay78 / Fotolia.com