Studieren im intellektuellen Epizentrum – 5 Monate in Boston

Viele Leute kennen Boston als die Stadt an der Ostküste der USA, in der gegen Ende des 18. Jahrhunderts die berühmte „Boston Tea Party“ stattfand, aus der schlussendlich die US-amerikanische Unabhängigkeit hervorging. Oder aus Actionfilmen wie „Departed“ oder „Black Mass“, welche die Machtergreifung in der Stadt durch die irische und italienische Mafia anhand von Drogenhandel, Schutzgeld und Erpressung im späten 20. Jahrhundert thematisieren. Die Stadt gilt heute unter US-Amerikanern neben San Francisco als schönste Stadt des Landes – ein guter Grund für Maximilian Philipp Schmidt, sich Boston einmal genauer anzuschauen.

 

Boston_2_kleinWarum hast Du Dich für ein Auslandssemester in Boston entschieden?

In erster Linie entschloss ich mich für ein Auslandssemester an der Boston University aufgrund der guten Reputation sowie der Qualität der Lehre. Die Stadt beherbergt neben der BU weitere TOP-Universitäten wie Harvard und das MIT und gilt sowohl in- wie auch außerhalb der Vereinigten Staaten als eins DER Bildungszentren schlechthin. Da ich nie zuvor in den USA gewesen war und einiges nachzuholen hatte, war darüber hinaus die relative Nähe zu den Metropolen New York City, Philadelphia und Washington D.C. ein entscheidendes Kriterium. Primär aber war ich an der Geschichte von und dem studentischen Leben in Boston interessiert.

Die USA sind ja nicht gerade um die Ecke. Welche Vorbereitungen hast Du im Vorfeld getroffen?

Da sowohl die Universität wie auch die Regierung eine Vielzahl unterschiedlichster Formulare benötigen, ist es vor allem bei der Planung eines längeren Aufenthaltes in den USA meines Erachtens sehr wichtig, mehrere Monate im Voraus zu beginnen. Besonders wichtig ist es, vor Abflug ein gültiges Visum zu haben und beim Hausarzt diverse Checks zu bestehen. Die Universität verlangt Nachweise über den Gesundheitszustand, ausreichend finanzielle Mittel und die Adresse des Wohnortes in den Staaten. Es ist wirklich nicht wenig, aber mit ausreichend Planung einfach zu bewältigen. Da zu Beginn des Semesters unzählige Studenten in die Stadt ziehen, empfehle ich sich bereits ein halbes Jahr im Voraus um eine geeignete Bleibe zu kümmern. Die Mietpreise befinden sich in der Stadt auf dem Niveau von New York City; für ein Zimmer sollten monatlich mindestens 800 – 1.000$ eingerechnet werden.

Hat Dir die Zeit an der Boston University gefallen? Wie unterscheidet sich das studentische Leben im direkten Vergleich zu Deinem Heimatcampus in Hamburg?

Die Boston University gehört mit über 30.000 Studenten zu den größten privaten Schulen überhaupt. Somit sollte es nicht verwunderlich sein, dass ein hoher Kontrast im Vergleich zum Studieren an der ISM in Hamburg besteht. In Amerika ist eben alles etwas größer. Besonders beeindruckt hat mich die Tatsache, dass sich der Campus über mehrere Kilometer erstreckt und alles bietet, was man zum Leben braucht: Neben Wohnungen gibt es Restaurants, diverse Geschäfte, Waschsalons und eben die Lehreinrichtungen, alles nur für die Studenten. Somit braucht man den Campus (theoretisch) gar nicht zu verlassen. Überwältigt hat mich auch die Vielfalt an Studenten unterschiedlichster Nationen, das Angebot an Lehrveranstaltungen, Freizeitbeschäftigungen und Sportmöglichkeiten. Ich habe meine Zeit dort wirklich sehr genossen.

Apropos Freizeit. Wie hast Du diese fernab des Campus verbracht?

Der Workload hängt sehr stark von den gewählten Kursen ab. Ich hatte Glück und ausreichend freie Zeit zur Verfügung, um Stadt und UmgebungK640_Boston_3 zu erkunden. Besonders empfehlenswert ist das historische Stadtzentrum und Beacon Hill; die südlichen Viertel sollte man eher meiden. Oft war ich auch mit dem Auto (sehr einfach und preiswert zu mieten) in der Umgebung unterwegs. Vor allem im Spätsommer sind der Landstrich Cape Cod und die Insel Martha´s Vineyard wunderschön. An den Wochenenden konnte man mit dem Auto dann bequem nach New York City und Philadelphia reisen. Die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung sind einfach überwältigend und scheinbar unendlich, ein Semester reicht nicht einmal ansatzweise aus, um alles zu erleben…

Zum Schluss – Welche Tipps kannst Du Kommilitonen geben, die an der BU studieren möchten?

Falls sich die Möglichkeit bietet, würde ich jedem Studenten an der ISM empfehlen, ein Auslandssemester in Boston zu absolvieren. Es ist sehr interessant, eine Zeit lang in den USA zu leben und zu studieren, vor allem für diejenigen, die das Land wenig bis gar nicht kennen. Reist man allein, kommt man sehr schnell mit den verschiedensten Nationalitäten in Kontakt und kann seinen Horizont auf ungeahnte Weise erweitern. Planung ist wie gesagt das A und O, ist diese aber erst bewältigt, kann man sich vollständig auf das Abenteuer USA einlassen. Ein Tipp zum Schluss: Es sollte so viel wie möglich von der Stadt Boston und Umgebung im ersten Teil des Semesters erkundet werden. Der Workload ist wie beschrieben komplett kursabhängig. Stehen erst die Midterms an, sind die Abschlussprüfungen auch nicht weit. Spätestens dann muss die ein oder andere Stunde gearbeitet werden.

 

Autor: Maximilian Philipp Schmidt