Traumtänzer vs. Golddigger

Viele Abiturienten sehen sich am Ende ihrer Schulzeit mit einem Dschungel aus Berufs-, Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten konfrontiert. Dabei ist es schwierig eine Entscheidung zu treffen. Wollen wir ne dolle Karriere machen? Das studieren, womit wir am Ende am meisten verdienen? Oder uns selbst verwirklichen, mit dem, was uns wirklich interessiert?rof. Dr. Jens Gericke unterrichtet das Erstsemester-Fach „Einführung in die BWL, Beschaffung & Produktion“ an der ISM in Dortmund und rät bei den eingangs gestellten Fragen einen guten Mix zu beherzigen. Alle ISM-Studiengänge haben neben einer individuellen Spezialisierung eine umfassende betriebswirtschaftliche Ausbildung gemein. Die Angst, womöglich eine falsche Entscheidung zu treffen, ist unbegründet, denn in den ersten eineinhalb Jahren können Studierende ihre Spezialisierung noch einmal wechseln.

„Gel-Frisur und Polohemd – Ich bin BWL-Student.“
Die Vorurteile über die BWLer kennt Professor Gericke gut: „Das sind doch diese arroganten Schnösel, geborene Unternehmensberater, die nur lernen wollen wie man Leute kündigt, um das Unternehmen effizienter zu machen und den Gewinn zu steigern“.

BWL studieren. Vielfältiger als man denkt.
Doch die BWL lässt viele Türen offen, die verschiedensten Branchen kennenzulernen: Ob im Einkauf, Rechnungswesen, Controlling, Personal oder Marketing – Die Berufsaussichten im Fach BWL sind insgesamt gut.

Das BWL Studium ist nur für diejenigen geeignet, die besonders gut rechnen können
„Angehende Studierende sollten aufgeschlossen gegenüber Neuem sein, da das BWL-Studium sehr viele Facetten hat”, meint Professor Gericke. Daran, ob es reicht, sich nur für Mathematik zu interessieren und für alles andere nicht, hat er so seine Zweifel.

Ist ein BWL-Studium vielleicht das Richtige für mich?
Klar hat man die Möglichkeit, sich mithilfe einer Berufsberatung über seine Stärken und Schwächen klar zu werden, unterschiedliche Berufsbilder im Internet zu recherchieren oder sich über Zukunftsmöglichkeiten auf Ausbildungs- und Berufsmessen zu informieren. Professor Gericke aber lädt darüber hinaus dazu ein, sich verschiedene Vorlesungen anzugucken – einen Einblick zu bekommen, was in den verschiedenen Fächern gemacht wird. An der ISM können Interessenten zum Beispiel beim Probehören oder beim Workshop Management erleben in das Management-Studium hineinschnuppern.

Widerspricht die angestrebte Karriere unserer Selbstverwirklichung?
Das ist so nicht ganz korrekt. Denn nur wer seine persönlichen Stärken und Talente im Beruf umsetzt, wird dort wirklich erfolgreich sein. Und nebenbei hoffentlich auch glücklich. Dass es nicht leicht ist, den Durchblick im Möglichkeiten-Wirrwarr zu behalten, kann Professor Gericke gut verstehen. Wollte er doch selber erstmal Pilot werden. Irgendwann Mal Hochschullehrer zu sein – das konnte er sich während seiner Studienzeit überhaupt nicht vorstellen. Über ein paar Monate Bauingeneurwesen, das hatte der Vater schließlich auch studiert, landete er im Industriebetriebslehre- und Logistik-Studium. Über Umwege und eher zufällig merkte er dann, dass ihm das Erklären Spaß macht und er wurde Dozent. Wenn er heute zurückblickt, ist er zufrieden mit sich und mit dem, was er erreicht hat. Trotz, oder gerade wegen seines eher gebogenen statt gradlinigen Karrierewegs.

 

Interview ohne Worte mit Prof. Dr. Gericke

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Autorin: Anna-Lena Holzgreve