“Stop Bullshit Bingo – Stay real!”

Sei es für einen Werkstudentenjob,  ein Praktikum oder den Berufseinstieg. Viele Studierende informieren sich bereits vorab im Internet über das Unternehmen, für das sie sich bewerben wollen. Doch oft treffen sie dabei auf typische Floskeln, die beliebig austauschbar sind. Was Firmen tun können, um ihre Marke authentisch und transparent zu präsentieren, zeigte Ramin Mirhachemzadeh, Geschäftsführer der Multimediaagentur Cyquest, in seinem Vortrag „Fit für Recrutainment“ an der ISM Hamburg.

„Die Möglichkeiten bei XY sind genauso vielfältig wie ihre Menschen“ – „Mitarbeit in einem tollen Team mit spannenden Aufgaben“ – „flache Hierarchien und kurze Entscheidungswege“ – eine Parade an Phrasen, wie sie häufig in Stellenbeschreibungen zu finden sind. Doch oft können sich Bewerber unter diesen allgemeinen Beschreibungen kaum etwas vorstellen. Um ihnen einen authentischen Einblick in das Unternehmen zu geben, sollten Firmen generell weniger auf Corporate Communication setzen und mehr Content Marketing einbringen. Also, raus mit dem Hochglanz-Geschwafel und rein mit interessanten Geschichten aus dem Unternehmen.

Ein gutes Beispiel für einen authentischen Einblick ins Unternehmen lieferte die Berliner Polizei im Juni 2015 und im Mai 2016. Unter dem Hashtag #24hPolizei twitterte sie für 24 Stunden jeden Funkwageneinsatz direkt aus der Einsatzleitstelle.
EinsatzBerlin-BeispieleAllein durch die Aktion im Juni 2015 bekam die Berliner Polizei rund 7000 Bewerbungen.

Ein weiteres Beispiel für eine außergewöhnliche Recruiting-Kampagne ist die Aktion von Scholz & Friends. Nach dem Motto „Mit Speck fängt man Mäuse, mit Pizza digitale Kreative“ entwickelte die Agentur die „Pizza Digitale“ in Zusammenarbeit mit einem Pizzalieferservice. Diese beinhaltete einen QR-Code aus Tomatensoße. Bei jeder Bestellung in den Abendstunden von ausgewählten Werbeagenturen wie Jung von Matt und Kolle Rebbe gab es neben der georderten Pizza die „Pizza Digitale“ dazu. Wer dann mit seinem Handy den QR-Code scannte, landete direkt bei den Stellenangeboten von Scholz & Friends. Durch diese Aktion konnte die Agentur zahlreiche neue Mitarbeiter für sich gewinnen.

 

Wer potenziellen Bewerbern einen originellen Einblick ins Unternehmen geben möchte, kann dies auch über Virtual Reality Videos ermöglichen. Mit den Rundumvideos bekommen die Zuschauer einen 360 Grad Blick in das Unternehmen oder in ihre zukünftigen Aufgabenbereiche.

 

 

Dass sich der authentische Blick in ein Unternehmen lohnt, belegen viele Studien. Arbeitnehmer, die sich vorher ein realistisches Bild von einer Firma machen konnten, sind leistungsfähiger und wechseln seltener den Job. Zudem sorgen klar positionierte und starke Arbeitgebermarken für einen sorgsameren Umgang mit Material und Waren und senken die Diebstahlneigung.
Demnach lautet auch das Fazit von Ramin Mirhachemzadeh am Ende des Vortrags, sich selbst treu zu bleiben.

Autorin: Christina Noll (ISM)
Titelbild: Prof. Dr. Ute Rademacher mit Cyquest Managing Director Ramin Mirhachemzadeh