Meine Auszeit nach der Vorlesung

Jetzt, wo der Sommer naht, ist jeder Münchner auf der Suche nach einem idyllischen Plätzchen zum (Sonnen)baden, ohne dabei die Tageszeitung seines Nachbarn mitlesen zu müssen. Doch es ist schwer, so ein Plätzchen in der Münchener Innenstadt zu finden. Daher gebe ich Euch ein paar Tipps, wo Ihr in München auch bei hohen Temperaturen ungestört im Freien lernen und entspannen könnt.

Bei den Studenten ist die große Liegewiese am Eisbach auf Höhe der LMU heiß begehrt. Aber am Wochenende komme ich mir dort eher vor wie am Strand von Rimini. Handtuch an Handtuch an Handtuch. Klar, das hat auch seine Vorteile. Ich habe dort schon oft Leute kennengelernt und neue Freundschaften geschlossen. Aber auf Dauer ist der Trubel im Englischen Garten für mich einfach zu viel. Ich bevorzuge ruhigere Stellen, wo auch mein Hund genügend Platz hat, um ins Wasser zu gehen.

Zum Baden an die Isar

Da ich in Solln, im Süden von München, wohne fahre ich mit meinem Hund bei schönem Wetter am liebsten mit dem Fahrrad an die Isar zum Baden. Meine Lieblingsstelle befindet sich zwischen dem Tierpark Hellabrunn und der Großhesseloher Brücke auf der westlichen Uferseite. Diejenigen, die nicht mit dem Fahrrad hinfahren möchten, können auch die U-Bahn nehmen. Ihr nehmt dazu die Linie U3 und steigt an der Station Thalkirchen aus. Von dort aus geht Ihr vor bis zur Isar und folgt dem Verlauf flussaufwärts. Sobald Ihr die Großhesseloher Brücke im Blick habt, seid Ihr an der richtigen Stelle. Ich lege mich am liebsten ganz vorne ans Wasser, da es hier nicht wie üblich an der Isar steinig ist, sondern ein paar schöne, sandige Stellen gibt. Das fühlt sich für mich fast so wie Urlaub an.

Meine Biergarten-Empfehlung

Für die Aktiven unter Euch, denen es auf Dauer in der Sonne zu langweilig wird, gibt es ein Stück weiter flussaufwärts den Hinterbrühler See. Der Besitzer des Biergartens „Gasthof Hinterbrühl“ vermietet kleine Ruderboote, mit denen Ihr eine Runde über den idyllischen See fahren könnt. Für eine Mahlzeit danach bietet sich der Biergarten an. Hier findet Ihr sowohl Gerichte aus der Speisekarte als auch leckere Biergartenschmanckerl im Selbstbedienungsbereich.

Mein Favorit unter den Biergärten ist allerdings die Waldwirtschaft in Großhesselohe. Der Biergarten leidet zwar etwas unter dem Image ein „Schickimicki“ Biergarten im Münchner Süden zu sein, aber das trifft meiner Meinung nach nicht zu. Lediglich im Bedienungsteil sind ab und zu ein paar „Aufgebrezelte“ zu sehen, aber im Selbstbedienungsteil, der den Großteil des Biergartens ausmacht, trefft Ihr auch auf Leute, die ihre eigene Brotzeit mit in den Biergarten bringen. Die Preise für Essen und Trinken sind genauso wie beim Chinesischen Turm oder im Seehaus am Englischen Garten. Der Charme, der den Biergarten ausmacht, sind die Tische unter den alten Kastanien und die sanfte Jazzmusik der Livemusiker im Hintergrund. Zur Wohlfühl-Atmosphäre tragen außerdem die Lichterketten an den Kastanienbäumen bei, die nach Dämmerung eingeschaltet werden.

Vor dem Biergarten gibt es einen großen Parkplatz auf dem Ihr für 2,50 € den ganzen Tag parken könnt. Wer ohne Auto unterwegs ist, kann den Biergarten auch mit der S-Bahn gut erreichen. Dazu nehmt Ihr die S7 in Richtung Wolfratshausen und steigt bei der Station Großhesselohe aus. Von der S-Bahn-Station sind es dann nur noch ein paar hundert Meter bis zum Biergarten. Nehmt Ihr diese Fahrt auf Euch, werdet Ihr mit Münchens bestem Biergarten belohnt und garantiert nicht enttäuscht sein.

Autorin: Stephanie Hofmann