Wüste, Berge, Dschungel und Mee(h)r – So vielseitig ist das Auslandssemester in Indien

Ankunft am Flughafen Indore. Mit dem Auto soll es für die ISM-Studenten Norbert Dreyer und Sascha Vulin-Steinbach weiter gehen Richtung Zentrum. Das Gepäck zu viel für das kleine Auto – egal. Die indische Musik schallt laut durch das Auto und die beiden sind gut drauf. Dann Schweigen. 25 Minuten wird die Fahrt dauern, auf der beide kein Wort wechseln. Sie sind angekommen in Indien, im richtigen Indien, fernab von Tourismus und Sehenswürdigkeiten. Das Abenteuer Auslandssemester Indien beginnt mit einem Schock.

Auslandssemester_Indien_1Wenn Norbert über sein Studium am Indian Institute of Management (IIM Indore) erzählt, nimmt er den Zuhörer mit auf eine Reise in eine fremde Kultur. Er spricht voller Begeisterung, Wertschätzung und Faszination über ein Land, das er bisher nur aus Film und Fernsehen kannte. „Spontan und unvoreingenommen sein“, rät er Besuchern, denn das Leben vor Ort bietet viele großartige Überraschungen, wenn man sich darauf einlässt. Wintereinbruch bei einer Wanderung im Himalaya, Kameltrip durch die sengende Wüstenhitze, Dschungeldurchquerung oder Karibikstimmung im Süden des Landes – das Auslandssemester in Indien hat die Vorstellung des 27-Jährigen bei weitem übertroffen. „Jeder Tag war ein Höhepunkt, an dem sich das große Puzzle Indien ein Stück vervollständigt hat“, erzählt er heute.

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Er reiste im Nachtbus acht Stunden über holprige Straßen nach Mumbai, verbrachte 14 Stunden im Zug nach Delhi und überflog das Land, das so riesig wie vielfältig erscheint. Mit dabei waren „gefühlte 1.000 neue Freunde“, die er in Indien kennengelernt hat. Denn Anschluss hat der Master-Student schnell gefunden auf dem Campus. „Ich habe meine indischen Kommilitonen als sehr hilfsbereit und kontaktfreudig erlebt. Das hat den Start einfacher gemacht.“ Denn bei aller Euphorie war gerade die Anfangszeit schwierig. Die kahlen und einfachen Zimmer im Wohnheim, gesundheitliche Probleme und die Hitze machten ihm zunächst zu schaffen. Seine Vorfreude hat das nicht getrübt, denn schließlich hatte er für sein Auslandssemester „etwas ganz Besonderes“ gesucht. Am IIM Indore hat er das gefunden. Die Hochschule genießt einen guten Ruf, ist „anspruchsvoll aber machbar“. Der Unterricht folgt dem Harvard Modell, es wird viel mit Business Cases gearbeitet und Anwesenheit ist Pflicht. „Rechts und links saßen schon sehr viele schlaue und fleißige Köpfe, die scheinbar keinen Schlaf brauchten. In persönlichen Gesprächen habe ich dann mehr über ihr Leben erfahren. Darüber, dass vielen die freie Entscheidung über ihren Lebensweg fehlt – dazu gehört das Studium, aber auch der Heiratswunsch.“

 

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Norbert ist Teil ihres Lebens geworden und vielleicht liegt es auch daran, dass ihn sein Auslandssemester 6.500 Kilometer fernab der ISM in Frankfurt so geprägt hat. „Ich würde behaupten, dass ich heute offener für Kritik und neue Lösungsansätze bin. Toleranz und Unvoreingenommenheit haben für mich durch diese Erfahrung noch mal eine ganz neue Bedeutung bekommen.“

Norbert und sein Kommilitone Sascha sind die ersten beiden ISM-Studenten, die das Studium in Indien erprobt haben – beide sind begeistert zurückgekehrt. Trotzdem sagt Norbert: „Indien ist nichts für Jedermann. Wer hier hingeht, sollte Geduld mitbringen und sich darauf einstellen, dass nicht alles sofort funktionieren wird. Wer dann noch Reiselust mitbringt, wird die Zeit nie vergessen.“

 

Auslandssemester_Indien_4Wieder zurück in Frankfurt arbeitet er übrigens als Werkstudent bei TATA Consultancy Services, einem indischen Unternehmen. „Durch ein exotisches Auslandssemester sticht man definitiv aus der Menge heraus – das gilt für alle Unternehmen. Und das kann im Bewerbungsprozess sicher nicht schaden.“

Autor: Simone Gebel (ISM)