Zuerst die Arbeit und dann das Vergnügen? – So bringe ich Studium, Hobbys und Freunde unter einen Hut

Zu Beginn des Semesters hat jeder Student neue Vorsätze wie „Dieses Semester werde ich früher anfangen zu lernen!“ oder „Dieses Semester werde ich alles mitschreiben!“
Auch für mich ist jeder Start in ein neues Semester ein neuer Anfang, mich zu verbessern und die Fehler des letzten Semesters nicht zu wiederholen. Doch wie Neujahrsvorsätze sind auch Semestervorsätze nur schwer einzuhalten. Durch eine plötzliche Party am Wochenende wird meine Präsentation doch noch nicht fertig oder ein spontanes Abendessen mit Freunden kommt dem Lernen dazwischen. Eigentlich heißt es ja „zuerst die Arbeit und dann das Vergnügen“, aber eigentlich denkt man sich „Zuerst das Vergnügen, für die Arbeit wird noch genug Zeit sein“. Doch was genau ist die perfekte Balance zwischen Arbeit und Vergnügen? Wie schaffe ich es Studium, Freunde, Hobbys und Familie unter einen Hut zu bekommen? Ist das überhaupt möglich, ohne dass etwas zu kurz kommt?

Die Augen auf den Unterricht lenken

Beginnen wir mit dem, was auf der Hand liegt: Im Unterricht aufzupassen, erspart viel Zeit und Aufwand vor der Klausuren-Phase. Das mag vielleicht manchmal eine Herausforderung sein. Wer es allerdings schafft, immer am Ball zu bleiben, erspart sich ein Übermaß an Arbeit und Lernstunden im Nachhinein.
Natürlich gibt es ab und an mal Fächer, die nicht der Vorstellung von superinteressant und hochspannend entsprechen. Allerdings sollten wir ihnen zumindest eine Chance geben, oder? Am Ende zahlt es sich bestimmt aus.

Freunde und Lernen: Die perfekte Kombination

Während des Studiums habe ich gemerkt, dass es sich mit Freunden viel besser lernen lässt als alleine. Wir können uns gegenseitig helfen, Informationen austauschen und Angst nehmen. Außerdem ist es schön zu wissen, dass ich damit nicht alleine dastehe und wir etwas gemeinsam schaffen und erreichen können. Mit wem ärgere ich mich sonst über die angeblich „mal wieder unverschämt gemeine“ Aufgabe in der Prüfung? Und mit wem lassen sich die bestandenen Klausuren am besten feiern? Die großen Gefühlsphasen von „Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit“ bis hin zu „Erleichterung und Glückseligkeit“ schweißen Menschen zusammen. Und nach einem fleißigen Lerntag können wir uns gemeinsam den Abend freinehmen und mit einem Bier belohnen. Freunde treffen und Lernen lassen sich also optimal verbinden, auch wenn der Spaß dabei zum Teil eher eine untergeordnete Rolle spielt.

Planen und Entspannen

Jedes Semester ist voll mit Geburtstagen, Familienfeiern, Pflichtveranstaltungen, anstehenden Partys und Prüfungen. Ein Durcheinander an Terminen und Verpflichtungen kommen auf einen zu. Um sich einen Überblick zu verschaffen, hilft nur ein Plan. Wenn du beispielsweise jeden Tag eine halbe Stunde Vokabeln nach der Vorlesung lernst, wird die bevorstehende Klausur am Ende leichter zu bezwingen sein. Oder, wenn du einmal die Woche die besprochenen Matheaufgaben wiederholst, kannst du dich am Wochenende reinen Gewissens gehen lassen. Sobald diese kleinen Aufgaben im Alltag zur Routine werden, stören sie dich nach einer Weile gar nicht mehr und du gewöhnst dich daran.

Kleiner Aufwand mit großem Erfolg

Mit einfachen Tricks können wir unseren inneren Schweinehund überlisten und Lernen in unseren Alltag einbauen. Klebt man beispielsweise die komplizierten Ausdrücke aus BWL an den Badspiegel, wird man jeden Morgen damit konfrontiert und kann sie sich so einfacher merken. Auch verbringen wir oft Zeit damit, die Arbeit schlecht zu reden. Allerdings erschweren wir uns dadurch alles noch viel mehr. Lernen gehört zu unserem Leben und ist selbstverständlich. Ist die Tatsache einmal akzeptiert und wir sind bereit, Freude daran zu finden,  können wir die schönen Dinge im Leben wie Ausgehen, in den Urlaub fahren und Zeit mit der Familie verbringen noch viel mehr genießen, ohne dass uns unser schlechtes Gewissen den Moment raubt. Also Ärmel hochkrempeln und loslegen…

Autorin: Amelie Hammacher