Neuer Tag, neues Projekt: ISM-Alumna Tatjana Soifer über die Abwechslung im Digitalbereich der Deutschen Bank

Tatjana Soifer hat an der ISM Frankfurt International Management studiert. Mittlerweile leitet sie die Digitalisierungsprojekte der Deutschen Bank. Im Interview hat sie uns erzählt, was sie an ihrem Job liebt und wie sie über Praktika ihren Weg gefunden hat.

Frau Soifer, Sie sind mittlerweile seit über sechs Jahren bei der Deutschen Bank beschäftigt. Wie haben Sie den Einstieg geschafft?

„Die ISM hat uns immer sehr angehalten, Praktika im In- und im Ausland zu machen. Deshalb habe ich mir ein Praktikum bei der Deutschen Bank gesucht und in einem Online-Bereich angefangen, der sich damals um Wertpapiere gekümmert hat. Nach drei Monaten hat es auf beiden Seiten gut gepasst, sodass ich als Werkstudentin eingestiegen bin. Ich habe gemerkt, dass mir das wirklich viel Spaß macht und ich das, was ich an der ISM lerne, wirklich schön in der Bank anwenden kann. Nach einem Traineeship wurde ich dann fest übernommen. Aktuell arbeite ich im Digitalbereich der Deutschen Bank und lenke dort Digitalisierungsprojekte mit einem großen Fokus auf Privatkunden.“

Wie sieht dabei Ihr Arbeitsalltag aus?

„Das ist immer etwas Anderes. Wir haben hier quasi kein Alltagsgeschäft. Das kann mal eine Prozessoptimierung im Hintergrund sein, die der Kunde vorne vielleicht gar nicht mitbekommt. Oder eine neue Online-Antragsstrecke, die wir bauen, die total papierlos funktioniert. Manchmal auch einzelne Funktionen im Online-Banking, die wir verbessern. Es ist immer etwas Neues.“

Gerade der Digitalmarkt ist sehr herausfordernd, weil manche Technologien von einem Tag auf den anderen schon wieder veraltet sind. Wie gehen sie damit um?

„Das ist ein wichtiger Punkt. Die Schwierigkeit im Digitalbereich ist, immer auf der Höhe zu bleiben. Wir sind ein sehr großer Konzern und haben für unsere Kunden einen modernen Anspruch, was unsere digitalen Lösungen angeht. Als Bank tragen wir gleichzeitig auch eine große Verantwortung. Daher können wir neue Projekte in der Regel nicht von heute auf morgen entwickeln. Vielleicht ändern sich in der Zwischenzeit die Ansprüche wieder, vielleicht auch rechtliche Grundlagen. Da muss man im Projektmanagement immer flexibel sein und darf sich nicht ärgern, wenn man mal einen Umweg gehen muss. Aber mir macht es Spaß, da auf die Zähne zu beißen und am Ende doch zu sehen, dass man es gemeinsam hinbekommt.“

Wenn Sie zurückschauen, hat Ihnen für Ihre Arbeit eher das Fachwissen aus dem Studium geholfen oder die Art, wie Sie im Studium gearbeitet haben?

„Mir hat beides geholfen. Ich habe an der ISM natürlich die typischen Projektmanagement-Skills gelernt, die ich hier jeden Tag anwende. Was mir aus dem Studium aber vor allem geholfen hat, ist die disziplinierte Arbeitsweise. Die Fächer, Vorlesungen und Klausuren sind an der ISM sehr komprimiert. So habe ich gelernt, zeitorientiert und diszipliniert unter Zeitdruck zu arbeiten. Das hilft mir in meiner Arbeit eigentlich jeden Tag.“

Sie haben International Management studiert, was ein sehr breites Feld ist. Haben Sie da Ratschläge, wie man sich am besten spezialisieren kann?

„Durch Praktika. Ich habe viele Praktika gemacht, bewusst auch in verschiedensten Betrieben. Ich war in einem kleinen Start-up, ich war in Russland in einem Logistik-Unternehmen, ich war bei der Lufthansa im Sales-Marketing, dann bei der Deutschen Bank. So habe ich gemerkt, welche Industrie mir viel Spaß macht und welche Themen mir liegen. Ich habe gemerkt, dass alles, was mit Kommunikation und Organisieren zu tun hat, mir mehr Freude bereitet und ich weniger der Zahlen-Typ bin. Das hat mir dann geholfen, mich im fünften und sechsten Semester zu spezialisieren.“

Warum haben Sie sich ursprünglich für ein Studium an der ISM entschieden?

„Ich wollte in Richtung Wirtschaft gehen und habe das Angebot der ISM sehr geschätzt: Praxisorientierung, der enge Austausch mit den Dozenten, die alle auch aus der Praxis kommen, die Unterstützung vom Career Center, gerade was Praktika und Bewerbungen angeht. Ich wollte in Frankfurt bleiben und das waren für mich alles Punkte, die ich an anderen Hochschulen nicht hätte bekommen können. Ich hatte auch Freunde, die vor mir an der ISM studiert haben, deswegen war für mich die Entscheidung recht klar, wo ich mich bewerbe.“

Sind Sie auch bei der Jubiläumsfeier in Frankfurt dabei?

„Ja! Ich habe eine Facebook-Gruppe aufgemacht mit allen aus meiner damaligen Klasse. Wir haben uns jetzt fast alle angemeldet. Mit ein paar ehemaligen Kommilitonen habe ich noch engeren Kontakt, manche habe ich schon seit Jahren nicht gesehen und ich freue mich wirklich, alle mal wiederzusehen.“

 

Interview: Laura Krause