Vom Dorf in die Großstadt – ein neuer Lebensabschnitt beginnt

Eigentlich war mir schon lange klar, dass ich nicht für immer im Sauerland zwischen Bauernhöfen und Kleinbetrieben bleiben möchte. Als das Abitur dann immer näher rückte, nahte auch die Entscheidung, wie es danach weitergehen soll. Ein Jahr im Ausland stand für mich außer Frage und schnell begann die Suche nach einem passenden Studiengang und demnach auch einer passenden Hochschule. Ich besuchte viele Unis in unterschiedlichen Städten, bis am Ende die Wahl auf die ISM in Dortmund fiel.

Angekommen in der Großstadt. Foto: Fotolia

Gegen Oktober kam die Zusage, im Sommersemester sollte es dann losgehen. Die Vorfreude auf einen neuen Lebensabschnitt war riesig. Ich freute mich auf neue Herausforderungen, auf neue Leute und natürlich auf meine erste eigene Wohnung.
Gegen Anfang des neuen Jahres starteten dann die Wohnungsbesichtigungen. Ich gewöhnte mich mehr oder weniger an die fast zweistündige Fahrt, die von Baustellen übersäte Autobahn und entwickelte schnell Geduld für stockenden Verkehr. Der Semesterstart rückte immer näher und ich hatte immer noch keine Wohnung sicher. Langsam wurde es ernst und auch immer stressiger. Nach weiteren zehn Besichtigungen hatte ich endlich eine passende Wohnung gefunden und bekam eine Zusage vom Makler. Ich hatte jetzt noch genau zwei Tage, um einzuziehen – ohne Möbel, ohne alles.  

Anschließend wurden direkt sämtliche Möbelhäuser durchlaufen und quasi leer gekauft. Das Wochenende verging wie im Flug und am Ende standen tatsächlich alle Möbel an ihrem Platz und ich konnte mich einrichten. Zwischen dem ganzen Stress ging die Nervosität über den Neustart an der ISM total unter. „Sind die Leute wohl nett? Wie gefällt mir der Studiengang? Schaffe ich das alles?“, waren die Fragen, die ich mir dennoch stellte.

Am nächsten Tag begann der Vorkurs und ich machte mich besonders früh auf den Weg zur ISM – bloß nicht zu spät kommen war der Plan und ich wurde immer nervöser. Acht Gesichter schauten mich an, als ich den Raum betrat.  Dann begann die erste Vorlesung meines Lebens – der Spanisch Vorkurs – und ich fand recht schnell Gefallen an der Lehrweise der ISM.

Zwei Wochen verstrichen wie im Flug, anschließend startete der Vorkurs in Mathe und plötzlich waren wir statt acht schon 30 Leute. Da alle neu waren, war es recht einfach ins Gespräch zu kommen und schnell neue Freundschaften zu knüpfen. Meine Angst, nicht schnell oder sogar keinen Anschluss zu finden war also absolut hinfällig. Das erste Semester verging wie im Flug – jedes Wochenende die Ausgehmöglichkeiten der Stadt erkunden und der neue Studienalltag waren die Gründe dafür.
Mein neues Leben ist mit dem alten kaum zu vergleichen. Der nächste Club im Sauerland ist 50 Kilometer entfernt und die Straßen werden hauptsächlich von Traktoren befahren. Ich möchte meine Heimat nicht missen und mache mich regelmäßig an den Wochenenden auf den Weg nach Hause, aber das Stadtleben hat mich voll und ganz überzeugt.

Die Entscheidung für die ISM und den damit verbundenen Auszug war also vollkommen richtig und ich würde es definitiv jedem genauso empfehlen, um neue und wichtige Erfahrungen für das Leben zu sammeln.

 

Autorin: Leonie Heuel