Themenwechsel: Tausche Business Law gegen Bildungspolitik

Bevor ich mich endgültig meinem persönlichen Bildungsstand hinsichtlich der ersten Klausurenphase als ISM-Studentin widmen durfte, hatte ich mittels des Jugendmedienzentrum Deutschlands e.V. das Vergnügen, als eine der 85 Nachwuchsjournalisten aus ganz Deutschland am Jugendpressetag für Bildungs- und Forschungspolitik teilzunehmen. Die Pressekonferenz mit der Ministerin Anja Karliczek wurde anschließend durch einen exklusiven Besuch im erst September 2019 Neueröffnenden Futurium – das Museum für Zukunftsvisionen – abgerundet.

Regelmäßig veranstaltet das Jugendmedienzentrum Deutschland als größter ehrenamtlich-organisierter Presseverein für Nachwuchsjournalisten Pressekonferenzen mit diversen Ministerien, an denen interessante politische Diskurse mit den jeweiligen Ministerinnen und Ministern stattfinden. Die Möglichkeit, an den Veranstaltungen mit anderen Nachwuchsjournalisten zu networken und durch journalistische Arbeit Partizipation an den Tag zu bringen, gefällt mir dabei besonders. Gleichzeitig ist es das Setting, um dem Zeitgeist auf den Zahn zu fühlen und aus erster Hand bezüglich aktuellster Reformversuche der Politik zu erfahren.

Dieses Mal ging es vor allem um den Digitalpakt und die Rolle künstlicher Intelligenz in der Bildungs- und Forschungspolitik Deutschlands. Karliczek betonte die treibende Innovationskraft Deutscher Forschung und lobte unsere Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt. „Wir reden unsere Schule schlechter, als sie ist […]“, so die Ministerin „[…] Deutschland hat ein leistungsfähiges Hochschulsystem, welches von Innovation lebt“. Um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in der Industrie und der Digitalisierung an die Geschwindigkeit der Marktentwicklung anzupassen, müsse eine engere Vernetzung von Theorie und Praxis von statten gehen; insbesondre mit Hinblick auf die Entwicklung der Forschung künstlicher Intelligenz: „[…] dabei muss die Theorie mehr mit Know-how verbunden werden“. Eine Agentur für Sprunginnovationen solle dabei auf dem Lösungsweg Hilfestellung leisten. Die Reallokation von Forschungsgeldern sei dabei bedeutend für das Erschließen neuer Märkte. So sollen in Zukunft ebenfalls durch neue Finanzierungssysteme auf kommunaler Ebene Ost-West-Unterschiede in der Republik ausgeglichen werden.

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Ganz schön viele Veränderungen, die hohe Anforderungen mit sich bringen und die Schnelllebigkeit vorantreiben, wie viele unserer Generation empfinden. Eine Umfrage eines Journalisten ergab, dass sich die Mehrheit der Befragten hauptsächlich um Themen der Belastung und dem Stress der heutigen Zeit sorgen. Auf die Frage, wo die Ursachen dieser Anliegen unserer Leistungsgesellschaft liegen, entgegnete die Ministerin optimistisch: „Deutschland ist das Land immerwährender Chancen. Jeder hat hier immer wieder aufs Neue die Möglichkeit, seine Talente zu entfalten. […] Die Freude am Lernen ist das, was uns am leistungsfähigsten macht“.

Der Ort, an dem Visionen und Innovationskraft aufeinandertreffen sollen, ist das vom Bildungs- und Forschungsministerium benachbarte Futurium. Das neue Museum ist von A wie Aufbau bis Z wie Zielgruppe auf das Thema Zukunft ausgerichtet. In vier unterschiedlichen Bereichen (Zukunftsbühne, Zukunftsforum, Zukunftsmuseum und Zukunftslabor) sollen die Besucher ihren Aufenthalt im Museum interaktiv mit Errungenschaften der Zukunft mitgestalten. Beispielsweise stehen dafür ein schreibender Roboter-Arm und ein Laser-Cutter zum Erproben zur Verfügung. Veranstaltungen sollen allen zum Austausch über Zukunftsthemen dienen, Workshops und das Futurium Lab für Hands-On Experiences und wer möchte, kann sich in der Museumscafeteria einen Snack aus der Zukunft gönnen. Dort sollen zum Beispiel auch die sagenumwobenen Insekten-Gerichte auf der Tagesordnung stehen.

Es war ein gelungener Abschluss des Semesters, der mit viel Inspiration für die Zukunft gefüllt wurde. Der unmittelbare Blick auf die aktuelle Bildungs- und Forschungspolitische Landschaft war vielversprechend bespielt mit Zukunftsmusik und so wendete ich mich wieder zurück in die Gegenwart im ICE auf dem Weg nach Hamburg.

Autor: Janet Truong