ISMler am Mikro-Pult

Radio & Fernsehen mal anders – Eine Exkursion zum Hessischen Rundfunk

Das war ein ganz anderer Tag als sonst: Studio statt Seminarraum hieß es, denn es stand keine Vorlesung auf dem Programm, sondern eine Exkursion zum Hessischen Rundfunk (hr).

Nachdem wir uns alle im Funkhaus am Dornbusch eingefunden hatten, wurden wir sehr nett in Empfang genommen und freundlich begrüßt von Tamara, einer Mitarbeiterin des hr, die uns zur Führung durch die verschiedenen Abteilungen abholte. Durch Gestaltung, Ausstattung und Atmosphäre wirkt das runde Foyer mit großen Glasflächen und vergoldeten Stützen beeindruckend. Ursprünglich war es als Foyer des Bundestags der Bundesrepublik Deutschlands geplant war. In seinem runden Gebäude mit sechs Treppenhäusern beschäftigt der hr heute rund 2.000 Mitarbeiter.

Nachdem Tamara uns einige allgemeine Informationen rund um den hr vermittelt hatte, ging es durch viele Büroflure und die verschiedenen Treppenhäuser zu einem sehr aufregenden Part des Tages: Wir bekamen eine Führung durch die Fernsehstudios des hr. Angekommen im Studio 2 wusste man gar nicht so genau, wo der Blick zuerst hingehen sollte: Es gab mindestens 100 Scheinwerfer an der Decke, zahlreiche verschiedene Kameras vor und hinter uns. Es waren verschiedene Sets aufgebaut, in denen vor allem die aktuellen Live-Sendungen produziert werden, wie z.B. “hallo hessen“.

ISMler im Fernsehstudio
Die ISM-Gruppe konnte einen Blick hinter die Fernsehkulissen werfen.

Aus der täglichen Arbeit beim Fernsehen zeigte uns Tamara die Aufnahme vor dem b.lue screen. Der Moderator steht vor einer blauen Wand = blue screen. Auf diese Wand wird die Wetterkarte von Deutschland projiziert. Eine Kamera über unseren Köpfen zeichnet auf. Es war ziemlich cool live zu sehen, wie die Wetter- und Nachrichtenleute es im TV immer machen. Tamara demonstrierte uns noch, wieso ein blue screen nicht so gut geeignet ist wie ein grüner Hintergrund. Sie holte ein blaues Tuch und hielt es vor sich, auf einmal wirkte es wie ein Unsichtbarkeitsumhang, ihr Körper war mit der Wetterkarte bedeckt. Da viele Menschen lieber blaue statt grell grüner Kleidung tragen, wird bei TV-Aufnahmen meistens der green screen verwendet.

Einige Techniker haben verschiedene Scheinwerfer auf die richtige Position gebracht für die nächste Sendung. Die Scheinwerfer sind enorm hell und erzeugen eine erstaunliche Hitze. Es war wirklich faszinierend, mal ein Fernsehstudio in echt zu sehen, man stellt es sich viel größer vor als es letztendlich ist, dies wird z.B. dadurch erreicht, dass man im Wandbereich im Hintergrund auf rechte Winkel verzichtet und Ecken mit Hilfe weißer Folie abrundet. Es gab viele interessante Eindrücke, die Atmosphäre packte und fesselte uns.

Danach ging es weiter zu den Hörfunkstudios. Es gibt insgesamt sechs Hörfunkprogramme für unterschiedliche Zielgruppen: hr1, hr2-kultur, hr3, hr4 mit Sitz in Kassel, hr-info und natürlich youfm, das unsere Altersgruppe als Zielgruppe hat und auch mein Lieblings-Sender ist, als Alternative zu spotify. Man sagt heute übrigens nicht mehr Hörfunkprogramme sondern „Audio Medienprogramme“ und nach aktuellen Erhebungen haben die Programme jeden Tag 2,3 Millionen Hörer. Beim Radiosender hr3 durften wir ins Studio 2 gehen, einem so genannten Selbstfahrerstudio, d.h. der Moderator ist selber für die verschiedenen Aufgaben zuständig, z.B. für die Bedienung der Regler für Musik oder Infos.

Das Studio hat verglaste Scheiben, so dass man in die anderen Studios sehen kann. So konnten wir beobachten, wie neben uns im Studio 1 gerade zu diesem einen Zeitpunkt eine Live-Sendung gefahren wurde – das war super cool. Der Moderator hat sechs Bildschirme vor sich, auf denen er die verschiedensten Infos und Bilder sehen kann, es gibt jede Menge verschiedene Regler und Knöpfe auf dem Schreibtisch zu bedienen und natürlich ein Mikrofon.

Ich hatte das Privileg, mich auf den Moderatoren-Stuhl zu setzen und so zu tun, als würde ich moderieren, eine spannende Erfahrung und ein tolles Gefühl. Es war sehr aufregend, mal hinter die Kulisse schauen zu können und ein Bild zu bekommen, wie das alles so aussieht und abläuft im Radio.Gruppenfoto ISMler beim hr

Als nächstes sind wir wieder durch das beeindruckende, transparente Foyer in Richtung Sendesaal geführt worden. Dies ist ein wirklich großer, akustisch optimaler ausgestatteter Konzertsaal aus Ahornholz mit ca. 900 Sitzplätzen. Man kam sich winzig vor bei dieser Größe. Tamara erzählte uns, dass dort viele Konzerte von dem hr-Sinfonieorchester (ca. 110 Personen) und von der hr-Big Band (ca. 20 Personen) stattfinden und bei Bedarf auch live gesendet werden können.

Das hr-Sinfonieorchester zählt zu den besten weltweit und war sogar schon für den Grammy nominiert.

Zum Schluss bekamen wir von Klaus Beiermann, dem Leiter der Marketingabteilung, einen kleinen Einblick in die Marketingstrategie des Hessischen Rundfunks. Alle Marken stehen gleichberechtigt komplementär zueinander. Zudem wird sehr auf die Differenzierungs-, Qualitäts-, Identifikations- und Kommunikationsfunktion Wert gelegt. „Es ist extrem spannend für mich, das Marketing für eine Organisation wie den Hessischen Rundfunk zu leiten, der einen so bedeutenden Beitrag für unsere Gesellschaft leistet“, so Beiermann.

Es war ein super schöner, interessanter und abwechslungsreicher Tag.

Vielen Dank an Prof. Dr. Marten und Klaus Beiermann für die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen des Fernsehen und Hörfunks zu bekommen.

 

Autorin: Hanna Louisa Bettels