Das Studium beginnt: von Österreich nach Deutschland

Im Frühling 2017 absolvierte ich erfolgreich die Matura – was für eine Erleichterung! Nach zwölf Jahren Schulzeit war das die ersehnte Krönung. Doch nach dem ersten Freudentaumel stellte ich mir sehr schnell die Frage „Und was jetzt?“. Kennt ihr dieses Gefühl der Ratlosigkeit? Wie sich bei mir die Puzzleteile zu einem Bild formten, erfahrt ihr in meinem Blogartikel.

Ein Studium war der Plan, ganz klar. Aber wo und vor allem was? So wunderschön Salzburg auch ist – ich wollte einfach raus und was Neues sehen. Ein Studium in den USA wäre cool, aber finanziell nicht möglich gewesen. Die meisten meiner Freunde gingen nach Wien, aber in dieser Stadt sah ich mich überhaupt nicht. Für ein Studium in München taten sich jedoch immer mehr Pluspunkte auf: Durch meine Mama, die in München geboren ist, hatte ich einen emotionalen Bezug. Im Vergleich zu Salzburg ist München eine Großstadt, die Entfernung ein Katzensprung und viele schöne Plätze lassen sich auch entdecken.

Die Idee entwickelte sich zum Plan und nach langen Recherchen stand auch die Hochschule und der Studiengang fest: Marketing & Communications Management an der ISM. Endlich fügte sich alles zusammen!

Die Wohnungssuche war zwar eine große Herausforderung, doch auch das habe ich geschafft. Mit zwei anderen Studenten gründete ich eine WG. An nur einem einzigen Tag fand der Umzug statt. Mit jeder Menge Unterstützung und nach einem langen, anstrengenden, aber auch lustigen Tag war mein neues Zuhause geschaffen. Hallo, geglückter neuer Lebensabschnitt!

Monopteros im Englischen Garten
– nicht weit von meinem Zuhause

Von der ersten Sekunde an fühlte ich mich in der bayrischen Hauptstadt wohl. Ich war überrascht, wie schnell ich mich an alles gewöhnte. Ganz neu war die Erfahrung einer neuen Umgebung nicht, da ich ein Auslandsjahr in den USA absolvierte und bei einer Gastfamilie unterkam. Aber in einer WG zu wohnen, sich um den Haushalt zu kümmern und ein „Erwachsenenleben“ zu führen, ist eine ganz andere spannende Herausforderung. Wenn ich doch mal einsam bin, sind da immer noch meine Mitbewohner. An dieser Stelle: Danke an euch beide! Das Gefühl, mich hier in München heimelig zu fühlen, wuchs. Langeweile gibt es nicht, so viel ist hier zu entdecken. Die Wahl meines Studiums ist goldrichtig und meine Kommilitonen und Kommilitoninnen sind alle sehr lieb.

Das Salzburgerische und das Bayrische sind doch eigentlich wie Geschwister, aber auch die haben ihre Eigenheiten. In diesem Fall: die Kommunikation!

Zu Besuch beim Tollwood Winterfestival in München

Das „Soda Zitron“, also prickelndes Wasser mit frisch gepresster Zitrone, gibt es hier in Restaurants nicht. Die „Stirnfransen“ heißen Pony, der „Jänner“ ist der Januar, der „Weiße Spritzer“ die Weißweinschorle. Ein „Sackerl“ ist die Tüte, das „Weckerl“ ein Brötchen, das „Hendl“ ein Hühnchen und das „Federpenal“ ein Federmäppchen. Die Liste könnte noch ewig so weitergehen und sorgt immer wieder für Erheiterung.

Trotzdem freue ich mich jedes Mal aufs Neue nach Hause zu kommen. Mittlerweile bedeutet ein Wochenende in Salzburg für mich eine entspannte Auszeit. Ich weiß die Schönheit von Salzburg und den Luxus von „Hotel Mama“ ganz anders zu schätzen. Schon in diesem einen Jahr in München habe ich bereits so viel Positives erlebt und mich selbst neu kennengelernt. Also wagt diesen Schritt, es ist toll!

Autorin: Sophie Heinrich