Vom Land in die Millionenmetropole: Wie ich vom Dorfkind zum Stadtmädchen wurde

„Großstadt? Sowas is‘ doch nix für dich, du gehörst aufs Dorf.“

Das war die erste Reaktion meines Vaters, als ich ihm von meinem Plan, in München zu studieren, erzählte. Schon länger war mir klar, dass ich nach meinem Abitur in die Stadt will. Einfach raus aus dem fränkischen Heimatdorf und in die Welt, um neue Erfahrungen zu sammeln – sehr zum Leidwesen meiner Eltern.

Während meiner Recherche nach einem geeigneten Studium stieß ich auf die Webseite der ISM, wo mich der Studiengang Marketing & Communications Management sofort ansprach. Nach einem Gespräch mit der Studienberatung wusste ich: „Das ist es, was ich machen möchte!“ Der Einstellungstest verlief erfolgreich und bald hatte ich meine Zusage in der Hand. Jetzt konnte nichts mehr schiefgehen! Das dachte ich zumindest, bis die Wohnungssuche begann.

Tolle Ansicht: München von oben

Wie so viele junge Menschen schiebe auch ich ständig Dinge vor mir her. Erst zwei Monate vor Studienbeginn fing ich an, mich ernsthaft nach einer Wohnung umzusehen. Da die Wohnungssuche in München nicht so einfach ist, war das schon zu spät. Nach mehreren Absagen und nicht nur einem Nervenzusammenbruch bekam ich schließlich doch noch eine schöne Einzimmerwohnung in der Innenstadt – mit eindeutig mehr Glück als Verstand. Schlauer als zuvor plante ich den tatsächlichen Umzug sorgfältig und alles verlief glatt. Im Nu hatte ich mein kleines Zuhause eingerichtet und ein neuer Lebensabschnitt konnte beginnen!

Ehrlich gesagt waren die ersten Wochen für mich alles andere als einfach. Aus dem Haus zu gehen und von Hochhäusern umgeben zu sein, war genauso neu für mich, wie meine Nachbarn nicht zu kennen. Natürlich war mir klar, dass die Stadt viel anonymer ist, jedoch fehlte mir die gewohnte Nähe und Vertrautheit zu Beginn sehr.

Aber das änderte sich zum Glück mit dem Studienbeginn. Ich traf viele Leute in meinem Alter und einige waren, genau wie ich, neu in der Stadt. Schnell lernte man sich kennen und fand neue Freunde, mit denen man die Mittagspausen verbrachte oder abends feiern ging.

Im Hühnerstall bei mir zu Hause

Nach und nach wurde auch immer deutlicher, dass München so viel mehr zu bieten hat als nur die Wiesn und ein aufregendes Nachtleben. Egal ob gemütliche Cafés, coole Läden oder grüne Parks: Ich entdeckte viele neue Lieblingsorte für mich. So entspanne ich beispielsweise gerne im Café Colombo, das nicht weit von meinem zu Hause an der Theresienwiese liegt, oder gehe im Westpark spazieren. Und Letzterer sorgt regelmäßig für die nötige Dosis Landleben.

Mein wertvollster Tipp für alle, die zum Studieren in die Stadt ziehen möchten, ist auf jeden Fall gutes Zeitmanagement. Fangt rechtzeitig mit der Wohnungssuche an und plant euren Umzug sorgfältig, dann seid ihr auf der sicheren Seite. Aber natürlich kann auch eine gute Portion Gelassenheit bei einer so großen Veränderung nie schaden!

Letztendlich bin ich sehr froh, den Schritt gewagt zu haben und in der Großstadt zu studieren. Ich habe tolle Freunde gefunden und mir gefällt das neue Gefühl, am Puls der Zeit zu sein. Auch mit meinem Studiengang bin ich bisher mehr als zufrieden. Wir bekommen immer wieder die Möglichkeit, selbst kreativ zu werden und individuelle Interessen umzusetzen.

Doch sosehr ich den urbanen Lifestyle genieße – es ist auch immer wieder ein schönes Gefühl, zurück ins Frankenland zu kommen.

Autorin: Annemarie Storath