Praktikum im Start-up: Warum du davon profitieren wirst

Ein Teil des Studiums an der ISM sind Pflichtpraktika. Diese vermitteln uns wichtiges Praxiswissen und dienen zur beruflichen Orientierung. Wir vertiefen Gelerntes und bauen uns ein Netzwerk für die Berufswelt auf. Vor den Semesterferien stehen wir also vor der Frage: Wo möchte ich mein (nächstes) Praktikum absolvieren? Viele Studierende entscheiden sich für namhafte Großunternehmen, die sich gut im Lebenslauf machen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es aber auch Vorteile hat, ein Praktikum in einem Start-up zu absolvieren. Welche das sind?

Hohe Verantwortung. In Großunternehmen ist ein Praktikant einer von hunderten Mitarbeitern. Die Aufgaben, die man bekommt, sind oft nicht von großer Bedeutung. Stichwort: Kaffee kochen und kopieren gehen. Besonders, wenn man nicht viel Erfahrung mitbringt, kann das schnell eintreffen. Anders ist es bei Start-ups. Die Teams sind noch sehr klein. Jede Hilfe wird gebraucht. Es bestehen keine festen Hierarchien. Für viele Arbeitsbereiche gibt es gar keine festen Angestellten, da diese zu teuer für das junge Unternehmen sein können. Durch die Arbeit in kleinen Teams wird man besser wahrgenommen und hat die Chance eigene Ideen auf großer Ebene einzubringen. Wahrscheinlich bekommst du sogar dein eigenes Projekt für die Praktikumszeit. Wenn das Praktikum am Ende des Studiums absolviert wird, ist die Chance sehr hoch, schneller bedeutende Aufgaben zu übernehmen.

Umfassende Einblicke. Start-ups sind häufig in einem Coworking Space oder kleinem Büro. Es kann sein, dass man mit dem IT-, Marketing- und Gründerteam in einem Raum arbeitet. Dadurch bekommt man nicht nur aus seinem eigenen Themenfeld etwas mit, sondern kann auch von allen anderen Mitarbeitern viel lernen. Möglichweise entdeckst du sogar neue Interessen. Hinzu kommt, dass du auch vom Fachwissen der Gründer profitieren kannst. Du erlebst, wie ein Unternehmen mit allen Abteilungen funktioniert und wächst. Außerdem erfährt man, zu welchen Schwierigkeiten es in einem Unternehmen kommen kann, wie man Probleme löst und Fehler vermeidet.

Netzwerk aufbauen. Die Start-up-Welt ist recht klein. Viele Gründer kennen sich aus dem Studium, von Messen oder Konferenzen. Du wirst häufig mitbekommen, wie sie sich zu Themen, wie Finanzierung oder Strategien austauschen und sich gegenseitig unterstützen. Von den Kontakten kannst auch du als Praktikant profitieren. Zum Beispiel ist man immer über andere Start-ups informiert und könnte fürs nächste Praktikum weiter empfohlen werden. Vielleicht besuchst du mit deinem Team auch Messen und kannst dort zusätzlich selber viele wertvolle Kontakte knüpfen. Auch im eigenen Arbeitsumfeld wirst du sehr interessante Leute kennenlernen. Die Mitarbeiter von Start-ups sind meist sehr jung und offen. So entsteht eine angenehme und lockere Arbeitsatmosphäre. Oft verbringt man zum Feierabend noch viel Zeit mit dem Team. Man tauscht sich nicht nur über den Tag oder anstehende Projekte aus, sondern führt auch viele private Gespräche. Insgesamt ist das Arbeitsumfeld sehr familiär, da die gemeinsame Aufbauarbeit einfach zusammenschweißt.

Praktika in Start-ups haben noch einige Vorteile. Für mich ist klar: Ich habe viele wichtige Erfahrungen gesammelt und Einblicke bekommen, die in Großunternehmen oft nicht gegeben werden können. Auch wenn du nicht vorhast, später selbst ein Unternehmen zu gründen, bringt dir das Praktikum im Start-up viele Vorteile im späteren Arbeitsleben.

Autorin: Gretha Hoffmann

Grafiken: Gretha Hoffmann