Von Besitzern zu Benutzern – circuly entwickelt Lösungen für die Sharing Economy

Das junge Start-up circuly zeigt, dass Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit zusammenpassen. Denn mit der Software können Unternehmen ihre Produkte über E-Commerce auch vermieten statt nur verkaufen. Damit schafft circuly zusätzliche Umsatzpotenziale und bringt Nachhaltigkeit in den E-Commerce. Wir haben mit Victoria Erdbrügger, ISM-Absolventin und Co-Gründerin, über die Entwicklung ihres Start-ups gesprochen.

 

Wie habt ihr ein Problem erkannt und wie löst euer Produkt dieses Problem?

Mein Mitgründer Nick hatte vor circuly ein eigenes Miet-Business in Holland, mit dem er Kinderwagen über einen Magento Shop vermietete. Dabei hat er die Grenzen solcher Shop-Systeme erkannt. Die sind nämlich klasse zum einfachen Verkauf, aber komplett überfordert, wenn es um wiederkehrende Zahlungen geht und wenn das Produkt nach der Miete wieder zurückkommt. Daraufhin hat er selbst eine Lösung gebaut um die Vermietung über den existierenden Shop möglich zu machen und erste Unternehmen sind auf ihn zugekommen, weil sie diese Lösung gerne einkaufen wollten für ihre Shops.

Das war der Startschuss für circuly. Mit unserer Software helfen wir heute Unternehmen mit existierenden Online-Shops darüber auch ein Vermiet-Modell anzubieten. Circuly unterstützt sowohl im Online-Shop selbst als white-label Checkout Lösung für wiederkehrende Zahlungen und Bonitätsprüfungen als auch im Management des Mietmodells im Bereich Subscription Management, Recurring Billing und Asset Tracking. Als Add-on für existierende Shop-Systeme machen wir diese also smart für die Vermietung.

Der Markt ist noch jung aber birgt ein enormes Potenzial: der sogenannte Subscription E-Commerce soll 2025 bei einem Marktvolumen von knapp €400 Milliarden liegen und wächst mit einem durchschnittlichen CAGR von 68%. Der Erfolg erster Pioniere im Markt wie Swapfiets, Grover, H&M oder IKEA verspricht Großes.

 

Was waren die größten Herausforderungen in der frühen Gründungsphase?

Ein Produkt zu bauen, das mit minimaler Komplexität den maximalen Mehrwert für unsere Kunden bietet. Hiring von Key Ressources bei einem auf Grund von Corona komplett remote arbeitenden Team.

 

Wie habt ihr eure ersten Kunden gefunden?

Bevor wir das Produkt überhaupt gebaut haben, haben wir viele Kundeninterviews geführt, um das Problem genau zu verstehen und zu schauen, ob das, was wir planen zu bauen, auch das Problem lösen wird. Dadurch hatten wir mit vielen Unternehmen Kontakt, die genau nach einer Lösung wie unserer gesucht haben und konnten, als das Produkt in der ersten Version fertig war, diese auch sofort als Kunden gewinnen.

 

Ab wann hat euer Start-up skaliert? Warum?

Das Onboarding unserer ersten Kunden war noch sehr manuell und hat dementsprechend lange gedauert. Die Software haben wir dann gemeinsam mit dem Feedback unserer Kunden weiterentwickelt und haben dadurch ein sehr gutes Verständnis bekommen, was unseren Kunden besonders wichtig ist.

Mittlerweile haben sich die Onboarding-Zeiten auf einige Minuten minimiert und neue Unternehmen, mit denen wir sprechen, wissen das tiefgehende Verständnis ihrer Situation, die hilfreichen Funktionalitäten der Software und unseren Kundenservice sehr zu schätzen.

 

Was würdet ihr Gründern raten, die sich am Anfang ihrer Gründung befinden?

Eine detaillierte Validierung der Idee und ganz viel Fokus. Ganz am Anfang sind wir mit circuly mit einer riesigen Vision gestartet: den Konsum der Gesellschaft nachhaltig zu verändern von Besitzen zu Benutzen. Wir hatten zwar tolle Ideen, aber keinen konkreten Startpunkt oder Fokus und wollten am liebsten alles machen. Nach den ersten hundert Kundengesprächen, in denen wir unsere Ideen validiert haben, wurde es klarer für uns worauf wir uns fokussieren sollten, um einen größtmöglichen Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen.

 

Ihr Interessiert euch auch für die Themen Unternehmensgründung oder Nachhaltigkeit? Dann haben wir mit dem Master in Entrepreneurship oder dem neuen Sustainability-Master bestimmt den passenden Studiengang für euch.