Tipps für Werkstudenten

Tipps fürs Arbeiten neben dem Studium

Das Arbeiten während des Studiums bringt für uns Studierende viele verschiedene Vorteile mit sich. Es geht nicht nur darum, Geld zu verdienen, sondern auch darum, erste Erfahrungen in der Berufswelt zu sammeln und herauszufinden, was einem Spaß macht.

Durch eine Tätigkeit als Werkstudent oder Werkstudentin profitiert man außerdem davon, erste Verbindungen zu knüpfen (Netzwerken), wodurch einem der Einstieg in den Beruf nach dem Studium leichter fällt. Und man kann sich wertvolle Fähigkeiten aneignen, die einem ebenfalls weiterhelfen werden. Zusätzlich bringt es auch Spaß, die gelernten Inhalte des Studiums anzuwenden. Ich konnte zum Beispiel in meiner Werkstudententätigkeit als Recruiting Consultant in einer Personalberatung sehr von meinem Wirtschaftspsychologie Studium profitieren und zusätzlich konnte ich in den Vorlesungen, wie Human Resources auch mein praktisches Wissen von meinem Job einbringen. Hier möchte ich dir gerne Tipps an die Hand geben, wie du dich am besten bewirbst, worauf du achten musst und wie du eine Werkstudententätigkeit neben dem Studium am besten managen kannst.

 

Bewerbung als Werkstudent

Viele Firmen suchen bewusst nach Werkstudenten und Werkstudentinnen, die bereits das dritte Semester abgeschlossen haben. Ich würde dir raten, auch erst dann nach einer Tätigkeit zu suchen, damit du dich erst einmal aufs Studium konzentrieren kannst. Bei der Bewerbung ist der erste Eindruck am wichtigsten. Ich habe selbst in meiner Werkstudententätigkeit täglich mit Lebensläufen zu tun und der erste Eindruck ist der bedeutsamste im ganzen Bewerbungsprozess. Deswegen spielen Layout und Form von der Bewerbung bzw. des Anschreibens eine große Rolle.

Du solltest darauf achten, dass die Bewerbung fehlerfrei und vollständig ist, natürlichen den formalen Kriterien entspricht, aber auch auf das Unternehmen und dich zugeschnitten ist und keine Standardformulierungen enthält. Personalverantwortliche merken beim Lesen der Bewerbung schnell, ob es sich um ein “Massenanschreiben” handelt, denn diese Anschreiben langweilen sie schnell. Formulierungen wie „Hiermit bewerbe ich mich als …” sollten durch persönliche und kreative Sätze ersetzt werden. Aus der Betreffzeile sollte klar hervorgehen, auf welche Stelle Du dich bewirbst. Außerdem solltest du folgende Fragen beantworten: Welche Eigenschaften und Kenntnisse werden in der Stellenausschreibung gefordert, welche davon erfüllst du und warum? Es ist wichtig, Qualitäten und Erfahrungen immer mit persönlichen Beispielen zu belegen. Personalverantwortliche wollen wissen, warum du glaubst, dass du für diese bestimmte Position am besten geeignet bist. Übertriebene Adjektive sollten jedoch vermieden werden. Übrigens: Ein gutes Anschreiben passt auf eine DIN-A4-Seite und als Student*in hast du auch noch nicht so viel Berufserfahrung gesammelt, dass es Sinn machen würde mehr als das zu schreiben.

Beim Lebenslauf solltest du keinen Roman schreiben, aber deine verschiedenen Tätigkeiten, wie zum Beispiel Praktika oder eine vorangegangene Ausbildung, mit 3-5 Bullet-Points näher beschreiben. Die für die Position relevantesten Punkte solltest du dabei als erstes erwähnen.

Ganz wichtig ist auch, dass du deine Anlagen auf ein Minimum beschränkst, also wirklich nur das, was wirklich wichtig ist. Dazu gehören bei einem Werkstudentenjob: Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse der ISM, Empfehlungsschreiben der ISM und deine Immatrikulationsbescheinigung. Dabei sollten alle Dokumente als ein PDF-Dokument verschickt werden. Word Dokumente oder 10 verschiedene Dokumente sind ein NO GO. Dazu kannst du kostenlose Websites, wie zum Beispiel www.combinepdf.com benutzen.

 

Worauf muss ich als Werkstudent achten?

Du darfst als Werkstudent während der Vorlesungszeit maximal 20 Stunden die Woche arbeiten. Ob du 20 Stunden oder 15 Stunden, oder sogar weniger Stunden die Woche arbeitest kannst du individuell mit deinem Arbeitgeber ausmachen. Für den Anfang würde ich empfehlen mit 15 Stunden die Woche anzufangen, und dann gegebenfalls deine Stunden zu erhöhen, wenn du siehst, dass du mit der Stundenanzahl und deinem Studium zurechtkommst. Die 26-Wochen Regel ist außerdem wichtig: diese besagt, dass du maximal 26 Wochen pro Jahr mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten darfst. D.h., dass du in deinen Semesterferien zum Beispiel auch bis zu 40 Stunden die Woche arbeiten darfst, oder zum Beispiel in deinem Praktikum. Um zu vermeiden, dass deine Arbeits- und Studienpläne nicht kollidieren, kann ich dir raten deinen Chef und deine Kolleg*innen rechtzeitig über deine Abwesenheiten zu informieren. Das bedeutet, dass du Vorlesungszeiten, Gruppenarbeiten und Prüfungen so früh wie möglich in deinen Kalender eintragen solltest. Deinem Arbeitgeber ist bewusst, dass du an erster Stelle Student*in bist, allerdings solltest du deinen Arbeitgeber so früh wie möglich informieren, damit es keine Probleme mit den Kapazitäten auf der Arbeit gibt.

 

Balance von Studium und Arbeit

Ein Zeitplan ist eine gute Möglichkeit, um herauszufinden, wo Prioritäten liegen und wie viel Zeit du brauchst, um alles zu erledigen. Je detaillierter dein Kalender ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass du dich an ihn hältst. Achte darauf, alles einzutragen, einschließlich Vorlesungszeiten, Arbeitszeiten, Lernzeiten, Fälligkeiten, Termine und andere Verpflichtungen. Auf diese Weise weißt du genau, wann du Zeit hast und kannst auch Freizeit und soziale Kontakte entsprechend einplanen. Zur leichteren Orientierung kannst du deinen Zeitplan auch farblich kennzeichnen, indem du für jede Aufgabe/Verpflichtung z.B Arbeit, Vorlesung und Lernen eine andere Farbe wählst.

Obwohl du versuchen solltest, dich so gut wie möglich an deinen Zeitplan zu halten, solltest du einen Puffer für unerwartete Ereignisse einplanen. Indem du für unerwartete Hindernisse Zeit planst, vermeidest du außerdem Stress, wenn die Dinge nicht genau nach Plan laufen.

Du kannst nicht erwarten, dass du bei der Arbeit oder in der Schule dein Bestes geben kannst, wenn du die ganze Nacht aufbleibst, um für eine Prüfung zu lernen oder eine Aufgabe in letzter Minute erledigst. Teile dein Projekt oder deine Aufgabe in kleine Schritte oder Ziele auf und hake sie ab, wenn du sie erreicht hast. Auf diese Weise wird deine Leistung an der ISM und auf der Arbeit bestmöglich sein und du wirst zeitgleich dein Stressniveau reduzieren.

Es gibt eine Vielzahl von Aufgabenmanagement- und Produktivitäts-Apps, die dir dabei helfen können, das Beste aus deiner Studienzeit zu machen. SelfControl zum Beispiel ist ein cleveres Tool, das dabei hilft, Ablenkungen zu bewältigen, indem es das Internet und soziale Medien auf verschiedenen Geräten blockiert, wenn du dich wirklich konzentrieren musst. Wunderlist ist eine großartige App für das Setzen von Zielen, Erinnerungen und To-Do-Listen, die dir helfen kann, den Überblick zu behalten und im Zeitplan zu bleiben. Schlussendlich ist es außerdem sehr wichtig, auch einmal „Nein“ sagen zu können und abzuwägen, was wirklich Priorität hat und was auch warten kann bzw. was vielleicht auch von Kollegen*innen übernommen werden kann.

 

Jasmin Kehrbach
Jasmin Kehrbach hat an der ISM Hamburg Wirtschaftspsychologie studiert und als Werkstudentin parallel zum Studium gearbeitet